Radiowort

Maria Magdalena im Kino

16. März 2018 Erzbischof Dr. Heiner Koch

Sie war die letzte unter dem Kreuz und die erste am leeren Grab Jesu: Maria von Magdala. Sie schloss sich schon früh Jesus und seinen Jüngern an. Von Anfang an glaubte sie an ihn und seine Botschaft, während viele skeptisch waren, was mit dem „Reich Gottes“ gemeint sein könnte und sogar von Umsturz und Revolution träumten.

Im Lauf der Kirchengeschichte wurde allerdings aus der ersten Zeugin von Tod und Auferstehung Jesu eine „Sünderin“. Wobei Sünderin nur die freundliche Umschreibung für eine Prostituierte war. Erst in unseren Tagen wurde ihr Platz in der Kirche wieder neu bestimmt: Jetzt wird Maria Magdalena die „Apostelin der Apostel“ genannt. Sie begegnete als Erste dem auferstandenen Christus und verkündete als Erste den Aposteln die Botschaft vom auferstandenen Herrn.

Von Anfang an lernte Maria Magdalena, an Ihn und seine Botschaft zu glauben. Sie fand Gott, weil sie nach ihm suchte. Sie fragte nach Gott und versuchte, Gott in ihrem Leben zu entdecken. „Wer sucht, der findet“ (Mt 7,8): Diese Glaubens- und Lebensweisheit gilt auch für ihre Gottsuche. Darin unterscheidet Maria aus Magdala sich von den meisten Menschen unserer Tage, die allein schon deshalb Gott oft nicht finden, weil sie sich nicht auf die Suche nach ihm machen.

Der Film MARIA MAGDALENA, der jetzt in unseren Kinos läuft, erzählt ihre Geschichte: Die Berufungsgeschichte einer jungen Frau in den engen gesellschaftlichen Grenzen, denen eine Frau zur Zeit Jesu ausgesetzt war. Der Film zeigt plausibel und berührend den Weg von der „Sünderin“, als die sie verleumdet wird, zur „Apostelin der Apostel“. MARIA MAGDALENA ist ein Film, der gut in die Fastenzeit passt. Wir sind als Zuschauer mit dabei auf dem Weg von Galiläa nach Jerusalem. Wir sind – wie Maria Magdalena – mit dabei, wenn Jesus am Kreuz stirbt, und wenn er sich ihr vor dem leeren Grab als der Auferstandene offenbart.

MARIA MAGDALENA will nichts beweisen, weder der Film noch die Titelheldin selbst. Sie weiß: Nur wer Gott wirklich sucht, wird ihn finden.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

Wort des Bischofs

vierzehntägig samstags, 9.50 Uhr

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