Die Sterndeuter sind Vorbilder

Es waren keine drei, sie waren keine Heiligen und schon gar keine Könige. In der Bibel steht lediglich von Männern, die einem Stern gefolgt sind und drei königliche Geschenke mitgebracht haben.

Wir dürfen aber trotzdem weiter von den Heiligen Drei Könige sprechen und sie am 6. Januar gebührend feiern. Es ist angemessen, dass nicht nur die Bundeskanzlerin, der Regierende Bürgermeister und viele Ministerien die Heiligen Drei Könige empfangen. Denn sie sind Vorbilder und sie sind heilig.

Vorbilder sind die Sterndeuter, die „Weisen aus dem Morgenland“, weil sie mutig sind. Ohne Navi und GPS machen sie sich auf den Weg. „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen“, so stellen sie sich König Herodes vor.

Vorbilder sind sie, weil sie die Zeichen der Zeit zu deuten wissen. „Wo ist der neugeborene König der Juden?“ fragen sie Herodes, nicht etwa, ob er ihre Deutung bestätigen könne.

Vorbilder sind die Sterndeuter auch, weil sie unabhängig und frei sind. König Herodes bekommt Angst um seine Macht, und würde sie gern ausnutzen für seine niedrigen Zwecke. Aber darauf kommen sie nicht einmal im Traum, im Gegenteil: „Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land“, so endet ihr Auftritt im Matthäus-Evangelium.

Mutig, klug und frei folgen sie dem Stern. Sie verfolgen ihr Ziel und reagieren doch angemessen, wenn sich die Umstände ändern. Ihre Geschichte ist und bleibt die beste Quelle für eine jede Neujahrsansprache. Wir erwarten „getrost, was kommen mag“, hat Dietrich Bonhoeffer gedichtet, mutig, klug und frei gehen wir in dieses neue Jahr.

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen ein glückseliges neues Jahr! Und vielleicht, ja hoffentlich entdecken Sie auch Gottes Stern über Ihrem Lebensweg!

Wort des Bischofs

vierzehntägig samstags, 9.50 Uhr

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