Ein Wort zur Lebensmittelverschwendung

Was glauben Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, wie viele Tonnen Lebensmittel pro Jahr in Deutschland in den Müll wandern? 5 Millionen Tonnen? 10 Millionen Tonnen? Es sind noch mehr: fast 13 Millionen Tonnen an Lebensmitteln landen jährlich im Abfall, weil sie am Verfallsdatum sind, weil zu unbedacht gekauft oder zu viel auf den Teller geladen wurde. Die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr. Ein Großteil der Verschwendung wird von privaten Haushalten verursacht, pro Person sind es im Durchschnitt 85 Kilogramm. Man könnte 300 000 schwere LKW’s mit den in Deutschland weggeworfenen Lebensmitteln beladen, auf der Autobahn würden sie eine Kolonne vom Nordkap bis nach Südafrika bilden.
Es ist sehr zu begrüßen, dass das Thema in jüngster Zeit auf die politische Tagesordnung gelangt ist. Nicht zuletzt wegen der Not der Landwirte, die für unsere Nahrungsmittel sorgen, aber nur einen geringen Anteil an ihrem Erlös bekommen.

Wir müssen unsere Lebensmittel wieder mehr wertschätzen. Deshalb sollten wir lieber weniger Lebensmittel kaufen, dafür aber qualitativ gute, zum Wohl der Landwirte, der Tiere und der Natur. Zudem gibt es gute Initiativen: manches wird gerettet, wenn noch brauchbare Waren an Tafeln oder soziale Einrichtungen abgegeben werden. Auch gibt es gute Online-Initiativen von jungen Leuten, die zum Austausch übriger Lebensmittel aufrufen. Ich würde mir wünschen, dass auf dieser freiwilligen Basis noch mehr Bewusstsein geschaffen wird für den Wert unserer Nahrung.

In den Kirchen hat jetzt die Vorbereitungszeit auf Ostern begonnen. Es ist eine Zeit der geistlichen und auch der körperlichen Konzentration auf das Wesentliche. Eine immer noch große Zahl von Gläubigen verzichtet in den kommenden Wochen auf übermäßige Nahrung und spendet für Bedürftige. Ich würde mich freuen, wenn viele die Zeit auch ganz gezielt zum achtsamen Umgang mit Lebensmitteln nutzen. Nicht zuletzt aus Solidarität mit denen, die hungern oder sogar an Hunger sterben, weil sie viel zu wenig oder gar nichts zu essen haben. Unsere Lebensmittel sind viel zu schade für die Tonne.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag.