Ferien mutig und kreativ gestalten

„Mit Ferien, vom lateinischen „feriae“ für Festtage, werden Zeiträume bezeichnet, in denen eine Einrichtung vollständig schließt, um ihren Angehörigen andere Tätigkeiten, insbesondere Erholung zu ermöglichen.“ So erklärt es Wikipedia. Hätten Sie das gewusst? Ferien als Festtage, an denen die Menschen sich erholen?

Ferien sollen uns Erholung ermöglichen, so heißt es bei Wikipedia. Das wird vielen in diesem Jahr nicht ganz leicht fallen: Der Krieg in der Ukraine macht keine Ferien, das für den Urlaub zurückgelegte Geld wird in vielen Familien von den Kosten des täglichen Bedarfs und der Inflation aufgefressen und auch die Corona-Pandemie entwickelt sich nicht so, wie wir es uns erhofft hatten.
Sollten wir die Ferien ausfallen lassen? Oder brauchen wir sie gerade jetzt nicht umso mehr?
Ferien als Fest- und Feiertage verstanden sind religiösen Ursprungs: Unser Sonntag geht auf den jüdischen Sabbat zurück, der es auf Platz 3 der zehn Gebote geschafft hat. Und die biblische Ferien-Regelung würde jede Tarifverhandlung schmücken: „Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! Sechs Tage darfst du schaffen und all deine Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem HERRN, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin und dein Vieh und dein Fremder in deinen Toren“ (Ex 20,8-10)
Für den tariflich festgelegten Jahresurlaub gibt es leider keine vergleichbare Bibelstelle, aber die Entschiedenheit des dritten Gebots gilt auch für die Sommerferien: wir brauchen Ruhetage, die „dem Herrn geweiht“ sind. Und auch für den, der nicht an einen Gott glaubt, stimmt das dritte Gebot. Die Ferien sind weder dem Bruttosozialprodukt noch dem Arbeitgeber oder der allgemeinen Wertschöpfung geweiht. Oder wie Jesus später präzisiert: „Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat.“ (Mk 2,27)

Sollten wir die Ferien ausfallen lassen? Wir brauchen vielmehr solche Zeiten der Unterbrechung unseres Alltags, der kulturellen und körperlichen Aufrüstung und auch des religiösen Innehaltens. Ich bin überzeugt: Wir dürfen die Ferien, gerade wenn man sie als Festtage sieht, nicht ausfallen lassen, sondern wir müssen sie mutig und kreativ gestalten.
Ich wünsche Ihnen frohe Ferien!