Mein Adventskranz

Der Adventskranz wird als Wohnungsschmuck immer beliebter und ist aus der Vorweihnachtszeit fast nicht mehr wegzudenken. Es gibt ihn mittlerweile in allen Farben und Materialien und bisweilen in gewöhnungsbedürftigem Design.

Mein favorisierter Adventskranz, den ich seit meiner Kindheit schätze, ist eher schlicht und klassisch: ein Ring aus grünem Tannenreis und Wacholderzweigen, die ebenso wie Misteln für ungebrochene Lebenskraft stehen. Er trägt vier Kerzen für die vier Adventssonntage. Ihr Licht verbreitet Wärme und weckt erwartungsvolle Freude auf die kommende Zeit bis Weihnachten. Sie verweisen auch auf Christus, das Licht des Lebens, das wir in der Osternacht feierlich besungen haben.

Noch eine Besonderheit hat mein Adventskranz: in das Grün der Tannenzweige sind einige Blätter von Stechpalmen eingeflochten. Sie halten die Erinnerung wach, dass die Wochen vor Weihnachten früher eine Zeit der Buße waren.

So ist mir der Adventskranz zu einem schlichten, aber sehr sprechenden Symbol geworden, das ich nicht mehr missen möchte. Er lädt mich abends oder morgens ein zu einem kurzen Gebet und einem Nachsinnen, worauf wir eigentlich warten in den Tagen vor Weihnachten.
Bei aller Ernsthaftigkeit soll der Advent aber vor allem eine Zeit der inneren und auch der äußeren Freude sein. So wie die Adventslieder es uns nahelegen, wenn wir singen: „Macht hoch die Tür“ und „Tochter Zion, freue dich!“ Oder wenn wir Maria durch den Dornwald begleiten und buchstäblich Zeuge werden, wie die vertrockneten Dornen plötzlich blühende Rosen tragen.

Da ist viel Fröhlichkeit und ungläubiges Staunen. So stelle ich mir auch die Kinder vor, die damals vor rund 180 Jahren, als der Adventskranz erfunden wurde, im Waisenhaus in Hamburg mit leuchtenden Augen verfolgt haben, wie jeden Tag eine weitere Kerze auf dem großen, von der Decken hängenden Rad entzündet wurde, bis die Freude an Weihnachten ihren Höhepunkt erreichte.

Diese Fröhlichkeit in der Erwartung wünsche ich auch Ihnen.