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Strahlende Sterne

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In diesen Tagen um den 6. Januar, an dem wir das Fest Erscheinung des Herrn, das Fest der Heiligen Drei Könige feiern, müssen Sie damit rechnen, in Berlin Königen auf den  Straßen zu begegnen, bekannt als die Heiligen Drei Könige, die damals zum Kind in der Krippe  von Bethlehem gingen.. Worum es diesen Königen heute  geht, wird deutlicher unter ihrem anderen Namen: Sie nennen sich auch „Sternsinger“. Sie singen von dem Stern, der den Heiligen Drei Königen  den Weg zum neugeborenen Jesuskind gewiesen hat. Aus dem Brauch, von Tür zu Tür zu gehen und  Gaben zu erbitten, ist das Sternsingerwerk, das  größte Hilfswerk von Kindern für Kinder geworden. Im vergangenen Jahr haben rund 300.000 Kinder und Jugendliche fast 50 Millionen Euro für bedürftige und notleidende Kinder in aller Welt gesammelt.

Meine Freude über diesen strahlenden Stern - es war das beste Sammelergebnis Ergebnis der Sternsinger seit Jahren – wird getrübt von der Sorge um andere Sterne, die Sterne auf der Europa-Fahne.Die Brexit-Kapriolen in England, die unverhohlenen Drohungen und populistisch-nationalistischen  Tendenzen in mehreren EU-Mitgliedsländern gefährden die europäische Idee, die Einheit und Identität Europas.

Die Sterne Europas stehen für die Werte Einheit, Solidarität und Harmonie zwischen den Völkern Europas. Die Flagge der Europäischen Union zeigt einen Kreis aus zwölf goldenen Sternen auf blauem Hintergrund und erinnert an ein Bilder der Bibel, die in ihrem letzten Buch von einem großen Zeichen am Himmel berichtet, von Maria mit dem Kranz von 12 Sternen um ihr Haupt.
In diesem Jahr feiern wir den 30. Jahrestag des Mauerfalls. Die deutsche Einheit war nur möglich, weil uns unsere europäischen Nachbarn auf diesem Weg unterstützt haben. Die deutsche Einheit war nur möglich, weil die, die die Einigung verhandelt haben, überzeugte Europäer waren.

Wenn jetzt geklagt wird, was uns Europa kostet, erinnere ich ausdrücklich daran, was uns Europa geschenkt und gebracht hat. Mir wird dies persönlich auch immer wieder deutlich, wenn ich meinen Bischofsring anschaue: Er trägt das Wappen des Erzbistums Breslau, der Stadt,  in der mein Vater geboren wurde. Bei meiner Bischofsweihe bekam ich ihn vom Breslauer Domkapitel geschenkt als Zeichen der Verbundenheit und Friedens nach so vielen Jahren der Gewalt und des Krieges zwischen Deutschland und Polen.

Lassen Sie uns die europäischen Sterne wieder zum Strahlen bringen.
Der Weg in die Zukunft Europas steht unter guten Sternen.

Wort des Bischofs

vierzehntägig samstags, 9.50 Uhr

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