Telefonseelsorge: Mit dem Herzen zuhören

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Nachts, da melden sich Menschen, deren Sorgen und Nöte sie nicht schlafen lassen. Das sagt eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der kirchlichen Telefonseelsorge. Sie ist seit vielen Jahren für andere da, die niemanden haben, dem sie sich anvertrauen können. Einsamkeit ist in der Großstadt aber auch auf dem Land ein großes Problem. Immer mehr Menschen wollen mit jemandem sprechen aber immer weniger wollen zuhören. Das zeigen die Zahlen der kirchlichen Telefonseelsorge in Berlin und Brandenburg. Fast 57.000 Anrufe haben die Ehrenamtlichen dort im letzten Jahr entgegen genommen. Dank Ihnen allen.

Einsamkeit und Depression werden von den Anrufern immer häufiger genannt. Sie alle finden sonst niemanden, der für sie da ist - oder sie trauen sich nicht, jemanden anzusprechen und von ihren Sorgen zu erzählen. Am Telefon fällt das leichter. Ich muss nicht sagen, wer ich bin. Telefongespräche sind immer und überall möglich. An 365 Tagen im Jahr – rund um die Uhr – kostenlos.

Regina ist seit mehr als 20 Jahren Nacht für Nacht als Ehrenamtliche am Telefon. Schon manches Mal konnte sie ein Rettungsanker für Verzweifelte sein. Aber auch für sie selbst ist die Gemeinschaft der Ehrenamtlichen unerhört bereichernd. Sie habe dabei viel über sich selbst erfahren. Langsam kommen wir mehr und mehr in die dunkle Jahreszeit. Die Dunkelheit vermittelt oft etwas Bedrückendes, was Sorgen noch größer erscheinen lässt. Da ist es wichtig, dass wir einmal genau hinschauen, wie es den Menschen um uns herum geht. Zuhören und mit anderen sprechen kann für den Nächsten eine große Hilfe sein. Es bereichert zugleich das Leben des Zuhörenden.

Immer wieder berichtet die Bibel, wie achtsam und aufmerksam Jesus anderen zugehört hat. Er hat wirklich, so kann man es bildlich sagen, den Menschen mit dem Herzen zugehört. Deshalb wussten sie sich von ihm verstanden. Ich wünsche uns allen füreinander ein hörendes Herz. Dann könnte auch der morgige Sonntag ein wirklich gesegneter Sonntag werden.

(Kostenlose Telefonnummer der TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222)

Wort des Bischofs

vierzehntägig samstags, 9.50 Uhr

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