Auf ein Wort mit Ulrike Kostka

Foto: Maurice Weiss

Deutschland hat eins der besten Gesundheitssysteme in der Welt. Grundsätzlich hat jeder Bürger und jede Bürgerin Zugang zur Krankenversicherung. Trotzdem fallen immer wieder Menschen durch das Raster. In die Caritasambulanz am Bahnhof Zoo kommen insbesondere nicht versicherte Menschen. Das können auch Selbstständige sein, die sich ihre Krankenversicherung nicht leisten können. Oder die alte Frau, die bestimmte nicht verschreibungspflichtige Medikamenten oder Heilmitteln am Monatsende nicht mehr bezahlen kann. Viele Menschen helfen mit, die Caritasambulanz aufrechtzuerhalten, sei es durch Spenden oder auch durch ihr Ehrenamt. Die ähnlichen Erfahrungen machen auch die Malteser mit ihrer Malteser Migranten Medizin. Über weitere ehrenamtliche Ärztinnen und Ärzte und andere Unterstützung würden wir und genauso wie die Malteser freuen!

Im Herbst konnten wir eine Krankenwohnung mit 15 Plätzen für wohnungslose Menschen eröffnen. Denn viele von ihnen haben keine Möglichkeit, sich von ihrer schweren Erkrankung zu erholen. Hier erhalten sie Pflege rund um die Uhr und können bis zu vier Wochen bleiben. Es geht aber auch darum, mit den Sozialarbeitern zu schauen, wie der nächste Schritt aussehen kann.

Unsere Kolleginnen und Kollegen in der Caritasambulanz, im Caritas-Arztmobil, in der Malteser Migranten Medizin und in der Krankenwohnung erleben viel Elend. Für manchen Menschen ist immer wieder Karfreitag. Aber sie erleben auch ein Stück Auferstehung – wenn sich Menschen aufgehoben fühlen, sich ihr Gesundheitszustand bessert oder sie sogar mit uns eine Wohnung finden. Das ist dann ein bisschen Ostern mitten im Alltag. Ein kleines Osterwunder war für uns, dass die Krankenwohnung zunächst weitergehen kann. Im Januar war sie wirklich bedroht. Es gab große finanzielle Lücken und die Räume standen auf der Kippe. Aber viele haben dafür gekämpft – auch die zuständigen Senatsverwaltungen. Jetzt wurden die hervorragend geeigneten Räume erstmal bis Ende des Jahres verlängert. Gott sei Dank! Das war für uns schon ein wenig Ostern! Ich wünsche Ihnen auch immer wieder Erfahrungen der Auferstehung im Alltag und gesegnete Kar- und Ostertage!