Schlaglicht

aus dem Erzbistum Berlin

Berliner Schulen freier Träger wollen mehr staatliche Förderung

Berlin (KNA) Berlins rund 350 Schulen in freier Trägerschaft fordern eine bessere staatliche Förderung. Sie decke seit Jahren nur rund 70 Prozent der Gesamtkosten, kritisierte am Donnerstag der Sprecher der "Arbeitsgemeinschaft Schulen in freier Trägerschaft", Andreas Wegener. Anlässlich des Berliner "Tages der Freien Schulen" am 23. September betonte der katholische Erzbischof Heiner Koch, solche Bildungseinrichtungen seien "ein Ausdruck gelebter Demokratie". In der Hauptstadt lernt jeder zehnte Schüler an eine nichtstaatlichen Schule.

Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft führten die Zuschusskürzungen der vergangenen 16 Jahre zu Mindereinnahmen von insgesamt mehr als 100 Millionen Euro. Bei den laufenden Verhandlungen mit der Senatsbildungsverwaltung fordern die freien Träger eine höhere Refinanzierung. So könne das Land Berlin das Schulgeld für alle Kinder übernehmen, deren Förderbedarf durch einen "Berlin-Pass" belegt sei. Auch müsse sonderpädagogische Förderbedarf mehr berücksichtigt werden. Das angestrebte neue Fördersystem dürfe keine Freie Schule schlechter stellen.

Erzbischof Koch betonte, die 15 katholischen Schulen in Berlin und die anderen freier Träger wollten das Schulgeld möglichst niedrig halten, "um einkommensarme Familien nicht abzuschrecken". Der Vorsitzende der Schulstiftung der evangelischen Landeskirche, Frank Olie, sagte, deren 16 Schulen stünden "gerade auch behinderten Kindern und solchen mit Migrationshintergrund offen".

Koch und Olie würdigten den Themenschwerpunkt des diesjährigen "Tages der Freien Schulen". Unter dem Motto "Ist das zu glauben?!" steht die Bedeutung von Ethik, Religion und Philosophie an den Schulen im Mittelpunkt. Koch erklärte, auch durch die Zuwanderung sei "das Thema Glaube gesellschaftlich wieder hoch relevant".

Zum "Tag der Freien Schulen" stellen sich am 23. September ab 13 Uhr in der Französischen Friedrichstadtkirche rund 80 Schulen und ihre Träger vor. Am 5. Oktober gibt es in der Evangelischen Schule Berlin Zentrum ab 19 Uhr ein Podium mit Spitzenvertretern aus Kirche und Politik zum Thema "Schule und Gesellschaft - Welche Werte sind (uns) wichtig?" Am 14. Oktober präsentieren Schülerinnen und Schüler ab 11 Uhr bei einer Gala im Deutschen Theater ihre Vorstellungen zum Thema Glauben. Zudem stellen bis Ende November 13 Schulen einzeln vor, wie sie Religion und Ethik unterrichten.