Schlaglicht

aus dem Erzbistum Berlin

Ein neues Klavier für`s CBF

Der katholische Krankenhausseelsorger des Universitätsklinikum – Campus Benjamin-Franklin in Berlin-Steglitz – Frank-Peter Bitter erfuhr in einem Gespräch mit einer Patientin, dass diese das alte Klavier in der Kapelle des Klinikums versucht hatte zu spielen.

Dieses Klavier ist frei zugänglich für alle Patienten, Mitarbeiter und Besucher des Krankenhauses. Leider war es stimmlich in einem erbärmlichen Zustand. So schlug die Patientin, die aus Taiwan stammt und Professorin an der TU Dresden ist, vor, für die Kosten einer Klavierstimmung aufzukommen. Herr Bitter wollte das gern organisieren, da ein guter Freund von ihm als Klavierbauer arbeitet und mittlerweile als Kulturmanager bei der Berliner Klavierbaufirma Bechstein tätig ist. Der Seelsorger fragte, was denn passieren würde, wenn dieses Klavier einfach nicht mehr zu retten wäre. Spontan erklärte sich die Patientin bereit, eine größere Summe für ein gebrauchtes Klavier zu spenden.

Nach Begutachtung des Klavieres stellte sich heraus, dass dieses Instrument nicht mehr zu stimmen sei. Der Freund des Seelsorgers fand die Idee des freizugänglichen Klavieres so gut, dass er den Kontakt zur Carl-Bechstein-Stiftung herstellte. Diese Stiftung hat sich eigentlich zur Aufgabe gemacht, Grundschulen mit Klavieren zu „versorgen“, um Kindern das Klavierspielen schmackhaft zu machen.

Der Geschäftsführer der Firma Bechstein fand die Idee eines freizugänglichen Klavieres in einem Krankenhaus ebenfalls sehr charmant und entschied auf den gespendeten Betrag der taiwaneschen Patientin Geld dazu zu tun, so dass die Kapelle des Klinikums ein neuwertiges Klavier in der Höhe von knapp 9.000 € erhält.

So wird neben der Orgel, die in den Gottesdiensten der katholischen und evangelischen Krankenhausseelsorge an den Sonntagen erklingt, immer auch das Klavier für Patienten, Mitarbeiter, Studenten und Besucher zur musikalischen Erbauung zur Verfügung stehen. Die Dame aus Taiwan erzählte übrigens, dass in jeder größeren Klinik ihres Heimatlandes jeweils im Foyer ein Flügel freizugänglich ist, um daran spielen zu können.