"Großartiges Erlebnis"Jugendliche mit Erzbischof Koch im "Aufbruch zum Weltjugendtag"

Foto: Thomas Marin

Berlin (KNA) Mit einem Paukenschlag hat der "Aufbruch zum Weltjugendtag" nicht begonnen. Aber mit ohrenbetäubendem Trommelwirbel und Trompetenfanfaren: So eröffneten zehn junge syrische Christen am Samstagabend die Berliner Auftaktveranstaltung zur Vorbereitung auf das Mega-Event, das Ende Juli im polnischen Krakau stattfindet.

"Dort könnt Ihr die weltumfassende Kirche noch viel intensiver erleben", versprach der Berliner Erzbischof Heiner Koch in Anspielung auf die multikulturelle Gestaltung dieses Abends. Über 500 Jugendliche aus dem Erzbistum Berlin und dem Nachbarbistum Magdeburg waren in die Schöneberger Kirche Sankt Matthias gekommen, unter ihnen viele aus katholischen Gemeinden nichtdeutscher Muttersprache. Auch polnische Gäste hatten sich auf den Weg gemacht, um das große Ereignis und ihre Heimatstadt vorzustellen.

Wie kaum ein anderer konnte jedoch der Berliner Oberhirte selbst dafür werben. Vor seiner Bischofsweihe war er als "Mister Weltjugendtag" bekannt. Von 2002 bis 2005 hatte er als Generalsekretär das Großtreffen vorbereitet, das im August vor elf Jahren mit dem kurz zuvor gewählten Papst Benedikt XVI. in Köln stattfand. "Ein großartiges Erlebnis, von dem ich bis heute zehre", erinnerte sich der Erzbischof. "Und jetzt ist der nächste Weltjugendtag fast vor unserer Tür."

Den Gästen aus Krakau war der Weg nach Berlin jedenfalls nicht zu weit. Sie stimmten auf die polnische Frömmigkeit ein, die Weltjugendtagsbesucher in der südpolnischen Metropole und den weiteren Orten des Christentreffens erwartet. Es wurde ganz still in dem Gotteshaus, als Schwester Norberta aus dem Konvent der Marienschwestern der göttlichen Barmherzigkeit das Mikrophon ergriff. Sie stellte ihren jungen deutschen Zuhörern die Krakauer Ordensfrau Maria Faustyna Kowalska (1905-1938) vor.

Die vor 16 Jahren heiliggesprochene Mystikerin wird beim Weltjugendtag eine wichtige Rolle spielen, wenn Papst Franziskus ihr Grab besucht. In ihrem öffentlichen Wirken hob sie vor allem die Barmherzigkeit Gottes hervor. Auch der Weltjugendtag steht unter dem Leitwort "Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden". Damit knüpft er an das laufende "Jahr der Barmherzigkeit" an, das Papst Franziskus im vergangenen Dezember ausgerufen hat. "Seid auch Ihr barmherzig, kämpft gegen die Gleichgültigkeit an", sagte Schwester Norberta ihren jungen Zuhörern.

Nach einem Gottesdienst stellten die Gäste aus Polen auch die sprichwörtliche Gastfreundschaft ihres Landes unter Beweis. Bei "Bigos", dem traditionellen Sauerkrautgericht mit Fleischeinlage, präsentierten sie die kulturellen Highlights von Krakau und seinem Umland. "Wir werden Euch königlich empfangen", lockte ein junger polnischer Priester und spielte damit darauf an, dass Krakau früher Hauptstadt Polens und Krönungsstätte seiner Könige war. "Erzählt das auch Euren Freunden, damit Ihr doppelt so viele werdet", bat der Geistliche. Aus Deutschland haben sich bislang rund 16.000 Jugendliche zum Weltjugendtag angemeldet, allein aus Italien sind es dagegen mehr als 200.000. Erwartet werden über zwei Millionen.

Die Berlinerin Anna muss man nicht mehr überzeugen. Die 18-Jährige ist schon gespannt darauf, in Krakau "coole Leute" ihres Alters aus aller Welt kennenzulernen. Und sie möchte mal wieder die Erfahrung machen, dass sie nicht die einzige ist, die katholisch ist. Das konnte sie schon beim Berliner Weltjugendtagsauftakt. Er endete mit einem "Nightfever" in der Sankt-Matthias-Kirche. Die besondere Gebetsform bei Kerzenschein und meditativer Musik verbreitete sich nach dem Kölner Weltjugendtag, weltweit wurde sie zum "Erfolgsmodell".