Ich gehe mit auf dem synodalen Weg!

Ich gehe mit auf dem synodalen Weg — als eine von vier Delegierten aus dem Berufsverband der Pastoralreferent*innen Deutschlands. Mit mir gehen eine Frau aus Frankfurt am Main und zwei Männer aus Würzburg und München. Dem Berufsverband war wichtig, eine geschlechter- und generationsgerechte Delegation zu wählen, die auch die verschiedenen Regionen Deutschlands und unsere vielfältigen Tätigkeitsfelder abbildet. Ich wurde gewählt als die „jüngere Frau aus dem (Nord-)Osten“.

Was bedeutet das für mich? Mit meinen 40 Jahren bin ich in unserer Berufsgruppe deutlich unter dem Altersdurchschnitt, habe aber in knapp 14 Berufsjahren auch schon viele Erfahrungen sammeln dürfen.
Als Frau unterstütze ich in dieser Kirche den Kampf um gleichwertige Anerkennung, jedoch ohne eigene Ambitionen auf eine Frauenordination, für deren Einführung diese Synode sicher nicht der Ort sein kann.
Ich arbeite als Berliner „Westkind“ in einem Bistum, in dem bis heute Folgen der DDR-Vergangenheit spürbar sind. Als ein von der Wende geprägter Mensch sehe ich die Diaspora als Normalfall des Christentums an und setzte mich für eine missionarische Spiritualität ein, die Bekenntnislosigkeit nicht als defizitär, sondern als normal betrachtet.

Für diese drei Perspektiven wurde ich gewählt — in Ergänzung zu denen, die meine drei Kolleg*innen einbringen.

Als Pastoralreferent*innen stehen wir für die Kombination von akademischer Theologie und seelsorglicher Praxis. Unsere Berufsgruppe versteht sich auch als „Anwalt der Laien“ in einer von Klerikern dominierten Kirche. Der Beruf verdankt sich dem II. Vatikanischen Konzil, dessen Theologie wir uns verpflichtet sehen.

Persönlich halte ich die in der Satzung festgelegte Unverbindlichkeit der Beschlüsse und das Ungleichgewicht der Stimmen (24 Bischöfe könnten 200 Synodenteilnehmer*innen einfach überstimmen) für einen Fehler. Diese Konstruktionen zeugen von Angst und Misstrauen in den Intellekt und den Sensus der Gesamtversammlung. Ein erster Schritt des synodalen Weges wäre, darüber zu sprechen, damit es wirklich ein gemeinsamer Weg auf Augenhöhe von Männern und Frauen, von Klerikern und Laien werden kann. Die Delegation der Pastoralreferent*innen kann und wird Erfahrungen aus 50 Jahren einbringen, wie demokratisch, geschlechtergerecht, laienorientiert, theologisch durchdacht, seelsorglich empathisch, liturgisch kreativ und politisch engagiert unsere katholische Kirche sein kann.