Schlaglicht

aus dem Erzbistum Berlin

Misereor-Fastenaktion mahnt zu anderem Konsumverhalten

Foto: Gottfried Baumann

Berlin (KNA) Das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor will das Bewusstsein für den weltweiten Zusammenhang von Armut und Wohlstand schärfen. Dieses Thema steht im Mittelpunkt der diesjährigen Misereor-Fastenaktion, wie der Hauptgeschäftsführer des Hilfswerks, Pirmin Spiegel, am Samstag bei einem Vorbereitungstreffen in Berlin erklärte. Die Fastenaktion wird am 9. März bundesweit in der Kirchengemeinde Sankt Marien/Liebfrauen in Berlin-Kreuzberg mit einem Gottesdienst eröffnet, den die ARD live überträgt.

Spiegel betonte, der Lebensstil der reichen Länder sei eng mit dem Hunger in anderen Teilen der Welt verflochten. Wer Waren hierzulande zu Schleuderpreisen kaufe, verfestige die Armut in den Ländern, die sie herstellen. Der Misereor-Chef rief dazu auf, gerechte Preise für fair gehandelte Produkte zu zahlen. Kirchliche Kindergärten, Krankenhäuser und andere Einrichtungen könnten dabei mit gutem Beispiel vorangehen. Dies solle auch das diesjährige Motto der Fastenaktion: "Mut ist zu geben, wenn alle nehmen" zum Ausdruck bringen. Beispielland für Entwicklungsprojekte von Misereor ist in diesem Jahr das ostafrikanische Uganda.

Zum Beginn der Fastenaktion finden in Berlin auch eine Reihe weiterer Veranstaltungen statt. So kommen Anfang März aus diesem Anlass Wallfahrergruppen aus Aachen und Lübbenau nach Berlin. Nach dem TV-Auftaktgottesdienst mit internationalen Gästen steht ein Fastenessen in der Markthalle 9 von Berlin-Kreuzberg auf dem Programm. Die bundesweite Misereor-Kollekte ist am 6. April in allen katholischen Sonntagsgottesdiensten Deutschlands. Im vergangenen Jahr erbrachte sie 16 Millionen Euro.

Stichwort: Misereor

Das Bischöfliche Hilfswerk Misereor ist das weltweit größte kirchliche Entwicklungshilfswerk. Es wurde 1958 von den deutschen katholischen Bischöfen auf Vorschlag des damaligen Kölner Kardinals Josef Frings als Aktion gegen Hunger und Krankheit in der Welt gegründet. Der Name bezieht sich auf das im Markus-Evangelium überlieferte Jesuswort "Misereor super turbam" (Ich erbarme mich des Volkes). Sitz des Hilfswerks ist Aachen.

Zusammen mit Partnern in Afrika, Asien und Lateinamerika will Misereor Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Das Werk prangert Ursachen von Armut und Unterentwicklung an und will in Deutschland das Bewusstsein für Not und Ungerechtigkeit in den Entwicklungsländern schärfen. Seit seiner Gründung brachte Misereor nach eigenen Angaben 6,4 Milliarden Euro für über 102.000 Projekte in 139 Ländern auf.