Mission engagiert leben

Am Samstag den 21. April 2018 nachmittags um 15 Uhr stand das Tor zum Grundstück Neufahrwasserweg 9 in Berlin – Marzahn offen. Von außen sah man schon einige Menschen auf der Terrasse sitzen und sich angeregt miteinander unterhalten. Die fünf Steyler Missionsschwestern hatten zum „Tag der offenen Klöster“ geladen. In den Gottesdiensten am Samstag und Sonntag hielten sie auch offiziell Einzug in die Gemeinde „Von der Verklärung des Herrn“.

Die Schwestern Regina Schifferli, Kori Siki und Brigitta Jarzyna lebten in Biesdorf. Als Sr. Alicja Piszczek und Annette Fleischhauer nach Berlin kamen, wurde die Wohnung in Biesdorf zu klein. Und als Pater Albert Krottenthaler von dem Verkauf eines Hauses direkt hinter der Kirche erfuhr, war der Grundstein für die neue Gemeinschaft der „Dienerinnen des Heiligen Geistes“ gelegt. Das Haus wurde saniert und seit dem 16. Dezember 2017 wohnen die Fünf in ihrem neuen Zuhause, der Niederlassung der Steyler Missionsschwestern in Berlin.

1875 gründete Arnold Janssen die Gesellschaft des Göttlichen Wortes in Steyl, einem kleinen Ort kurz hinter der deutschen Grenze auf holländischer Seite, da eine Klostergründung wegen des Kulturkampfes in Deutschland nicht möglich war. Kurz darauf schlossen sich einige Frauen seiner Gemeinschaft an, die ebenfalls den Ruf verspürten, in die Mission zu gehen, was damals für Frauen ungewöhnlich war. Sie arbeiteten in der Küche, bis P. Arnold verstand, dass gerade in der Mission Frauen einen ganz anderen Zugang zu den Menschen haben, die sie ja erreichen wollten. Er gründete mit Schwester Helena Stollenwerk, die die erste Oberin wurde und Hendrina Stenmanns 1889 die Dienerinnen des Heiligen Geistes und 1896 die Dienerinnen des Heiligen Geistes von der ewigen Anbetung. Letztere sollten die Mission mit ihrem ständigen Gebet begleiten. Weltweit gibt es zurzeit ca. 10000 Steyler, davon 2500 Steyler Missionsschwestern.

Der Gedanke, eigene Institutionen wie Schulen und Krankenhäuser zu gründen, um den Menschen zu helfen und Gottes Wort zu bringen, hat sich in den letzten Jahren verändert. So wollen die Steyler Schwestern zum einen direkt zu den Hilfsbedürftigen, „an die Ränder der Gesellschaft“ gehen. Zum anderen hat auch die insgesamt kleiner werdende Zahl der Schwestern zu kleineren Kommunitäten geführt. So die Provinzleiterin Schwester Anna-Maria Kofler in der Einführung in den beiden Sonntagsgottesdiensten, in denen sich die Fünf der gesamten Gemeinde vorstellen. Die Leiterin der „Dreifaltigkeitsprovinz“ (Deutschland) war als Gast zu diesem besonderen Anlass angereist. Auch benötigt Europa, als Ursprung der Mission, selbst Menschen mit missionarischem Geist. Großstädte wie Berlin und hier besonders Marzahn, sind so säkularisiert, dass der Gedanke wuchs, gerade hier die neue Niederlassung zu schaffen. Zu erkennen sind sie weltweit an dem Kreuz und dem Ring der Steyler Missionarinnen.

Schwester Regina steht an der Tür und begrüßt die Ankommenden als „Empfangskomitee“, während im Gemeinschaftsraum, Kaffee, Kuchen und Kekse einladen. Auf der Terrasse unterhalten sich die Schwestern mit den Gästen und beantworten ihre Fragen. Ab und an schaut sich jemand den Meditationsraum an, der mit einem offenen Tabernakel in Form einer Erdkugel beeindruckt. Christus inmitten der Welt für alle sichtbar. Um 17 Uhr wird noch ein Film über die Missionsarbeit der Schwestern in Papua-Neuginea gezeigt, zu dem anschließend angeregt Fragen gestellt werden.