Öffnen Sie am 24. Mai die Türen!

"Auf ein Wort" mit Archimandrit Emmanuel Sfiatkos

Es klingelt an der Tür. „Darf ich mir mal ihre Bohrmaschine ausborgen?“ Die Antwort: „Wer sind Sie denn überhaupt?“ Viel zu oft ist das noch der alltägliche Umgang in Berliner Wohnhäusern. Misstrauen herrscht untereinander. Auch weil kaum einer den anderen kennt. Doch das scheint sich zu ändern. Was Nachbarschaft für jeden bedeutet, wer warum dazugehört, entscheidet jeder selbst, sagen Experten. Aber: Zunehmend haben Menschen wieder Lust auf ihre Nachbarn und sie vernetzten sich mit ihnen.

Seit 2018 passiert das auch organisiert, und zwar durch die Stiftung nebenan.de, die den „Tag der Nachbarn“ ausgerufen hat, in diesem Jahr am 24. Mai. Für mehr Gemeinschaft, weniger Anonymität und eine Nachbarschaft, in der wir uns zu Hause fühlen. Erstmals beteiligt sich nun auch der Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg (ÖRBB) mit seinen Mitgliedskirchen am „Tag der Nachbarn“. Die Nacht der offenen Kirchen, sonst traditionell an Pfingsten begangen, kooperiert mit dem Tag der Nachbarn.

Wir kommunizieren über Facebook mit Freunden aus aller Welt, kennen aber kaum unsere Nachbarn. In einer Zeit, in der viele nur ihren eigenen Vorteil suchen und in sozialen Netzwerken der Hass dominiert, ist es wichtig, Achtsamkeit und Zusammenhalt zu stärken. Das deckt sich mit dem, was wir auch mit der Nacht der offenen Kirchen immer wollten: Kirche im Kiez sein, die Beziehungen zu den Menschen im unmittelbaren Umfeld stärken, egal ob sie Kirchenmitglieder sind oder nicht. Man muss nicht „Bruder und Schwester“ sein, um gute Nachbarschaft zu pflegen. Wir treten in ein breites Bündnis der Menschen ein, die den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stärken wollen. Deshalb: Öffnen Sie am 24. Mai die Türen Ihrer Kirchen und Gemeinden, für Neugierige, Skeptiker, Gläubige oder einfach Kulturbeflissene, und leisten Sie damit einen Beitrag für gute Nachbarschaft. Dazu braucht es nicht viel: Die Türen öffnen, einen Tisch auf die Straße stellen und andere zum Mahl einladen. Wer sollte das besser können als wir Christen?