Rabbi Wolff

„Rabbi Wolff“ ist nicht das, was man vielleicht im ersten Augenblick erwarten würde. Er ist keine Einführung in die jüdische Glaubenswelt, kein Film über einen Überlebenden des Holocaust oder über das Altwerden heute.

Das alles ist er nicht und doch zeigt die Regisseurin Britta Wauer zurückhaltend und sensibel auch das alles. Stimmig in Bild und Ton berührt der Film und überzeugt durch das authentische Zeugnis seines Protagonisten.

3 Jahre hat sie den 85 jährigen Rabbi William Wolff mit der Kamera begleitet. In der Nähe von London besucht sie ihn in seinem Häuschen, in Pymont schaut sie ihm beim Heilfasten zu. In Askott steht sie neben ihm beim Pferderennen. In Tel Aviv badet sie mit ihm im roten Meer und in Schwerin und Rostock beobachtet sie ihn bei der Arbeit als Landesrabbiner.  Das alles scheint auf den ersten Blick nicht zusammen zu passen - Rabbiner und Pferderennen, - Schwerin und London,  - Thora und Yoga. Darum braucht es einen zweiten und dritten Blick und so bekommt man nach und nach einen Einblick in das Universum des Rabbi Wolff, in dem er zweifellos die Sonne ist. Er durchstrahlt diesen Film und leuchtet und erleuchtet auch die kleinsten unscheinbaren Dinge. Ein freier Geist im Denken, der seinen ganz eigenen Weg geht. Staunend, fröhlich und gemeinsam mit anderen Menschen. Dabei trägt ihn eine Lebenshaltung, die ansteckt. Britta Wauer hat keinen religiösen Film gemacht und doch ist er durchdrungen von einem besonderen Geist. Am Ende steht nicht die Frage: "An wen glaubst du?" sondern: "Wen liebst du?". Was uns bleibt ist ein starkes Lebensgefühl oder um es mit Rabbi Willi Wolff zu sagen: Herrlich!