"Religionspädagogik in Schule und Pastoralen Räumen"Bachelor Studiengang Religionspädagogik an der KHSB im Fokus

Interview mit Prof. Dr. Andreas Leinhäupl

Sie lehren nun seit fünf Semestern im Studiengang Religionspädagogik an der KHSB? Wie ist Ihr bisheriger Eindruck?

Für mich ist es nach wie vor eine spannende und vielfältige Herausforderung, im säkularen Umfeld der Hauptstadt Berlin biblische und historische Theologie zu vermitteln. Es geht ja darum, religiöse Fragen und theologische Inhalte praxisrelevant und menschennah zu erörtern und daraus nachhaltige Angebote für das Zusammenleben der Menschen in den unterschiedlichsten Situationen zu entwickeln. Dafür steht unser Studiengang!

Was ist das Besondere am Religionspädagogik-Studium an der KHSB?

Da wäre zunächst ein inhaltlicher Aspekt: Mit dem Studienabschluss erwerben die Studierenden die Grundlage dafür, sowohl eine Tätigkeit als katholische Religionslehrerinnen und -lehrer im Erzbistum Berlin (Klasse 1–10) als auch als Gemeindereferentin oder Gemeindereferent anzustreben. Die erworbenen Kompetenzen machen es darüber hinaus aber auch möglich, in wirtschafts- und politiknahen Arbeitsfeldern, im Bildungsbereich sowie in diakonischen Berufsfeldern Fuß zu fassen.

Aber es steckt noch mehr dahinter. Der Slogan des Studiengangs ist Programm: „Religion gibt zu denken“! Für die Studierenden eröffnet das gemeinsame Studium einen anderen Blick auf die Welt, in der wir leben. Das Studium unterstützt sie darin, wissenschaftlich fundierte Zusammenhänge wahrzunehmen sowie theologisch reflektiert und religionspädagogisch handlungsfähig zu werden – aber vor allem auch, ihre eigene Position zu entdecken, zu hinterfragen, zu festigen.

Warum lohnt es sich, Religionspädagogik zu studieren? Und noch dazu in Berlin?

Dem Profil des Studiums liegt tatsächlich die grundsätzliche Entscheidung zugrunde, die gesellschaftlichen Zukunftsfragen nach „Gott und der Welt“ dezidiert in Berlin zu stellen und Antworten darauf zu suchen. Wenn sich soziale und pastorale Räume verändern, bekommen religionspädagogische Kompetenz und in diesem Zusammenhang vor allem auch eine differenzierte Sprachfähigkeit eine ganz neue Funktion: die Absolventinnen und Absolventen werden an konkreten Orten in den Sozial- und Pastoralräumen des Erzbistums zu Gesprächspartnern, Unterstützern und Initiatoren christlich inspirierter Nachfolgepraxis.

Können Sie die Inhalte des Studiums ganz kurz vorstellen?

Es geht darum, die klassischen theologischen Disziplinen (biblische Theologie, historische Theologie, systematische Theologie, praktische Theologie) kennenzulernen und in ihrer praktischen Anwendung zu erproben. Gleichzeitig wird die Rolle von Religion und christlicher Nachfolgepraxis in der multireligi-ösen Gesellschaft theologisch, anthropologisch und in interreligiöser Perspektive reflektiert. Wir möchten die Studierenden damit befähigen, in den vorhandenen säkularen und religiösen Milieus religionssensibel sprachfähig zu werden und in den sozialen Räumen neugierig und aufmerksam für die „Zeichen der Zeit“ zu sein.

Was macht das Religionspädagogik Studium an der KHSB besonders attraktiv?

Neben den schon genannten Details ist der Faktor „Zeit“ besonders hervorzuheben: Das Studium ist als sechssemestriger Vollzeitstudiengang in vierzehntägigen Präsenzphasen zu jeweils drei Tagen angelegt. Zwischen den Präsenzphasen setzen sich die Studierenden in E-Learning-Modulen weiter mit den Studieninhalten auseinander. Ein solches Format ermöglicht den Studiereden in Ihrer jeweils unterschiedlichen Lebenssituation einen optimalen Zugang zu einer akademischen Ausbildung. Vorlesungen und Seminare, Exkursionen, Übungen zur professionellen Selbstreflexion und Stärkung personaler Kompetenzen sowie die Durchführung von schul- und pastoralpraktische Studien eröffnen lebendige und anregende Studienmöglichkeiten.

Welche Voraussetzungen gibt es und wie meldet man sich an?

Für ein Studium an der KHSB benötigt man die allgemeine Hochschulreife/Fachhochschulreife, eine Fachschulausbildung oder eine für das Studium geeignete abgeschlossene Berufsausbildung und dreijährige Berufserfahrung. Für den neuen Start im Wintersemester 2019/2020 kann man sich direkt bei der KHSB bewerben (www.khsb-berlin.de). Alle notwendigen Informationen zu unserem Studiengang finden sich auf unserer Homepage und meine Kolleginnen, Prof. Dr. Christa Georg-Zöller, Prof. Dr. Christine Funk, und ich geben gerne auch weitere Auskünfte.

Wenn Sie das Studienangebot der Religionspädagogik in einem Satz zusammenfassen müssten?

Der Studiengang lädt dazu ein, im Blick auf die Berufsfelder Schule und Pastorale Räume einen eigenen Zugang zu religiösen Fragen zu entwickeln und diesen in Auseinandersetzung mit theologischen Positionen und praktischen Erfahrungen perspektivisch weiterzuentwickeln.