Schlaglicht

aus dem Erzbistum Berlin

Rückblick auf die Herbstaktionen der Tourismuspastoral auf Rügen

Eröffnung der Ausstellung „Atemholen im Glauben“ in Binz am 7. Oktober 2018

Es war ein gelungener Auftakt für die Ausstellung von Sylvia Vandermeers: „Atemholen im Glauben“ am Sonntag, 7. Oktober 2018 in Binz. Ungefähr 120 Leute feierten die Hl. Messe. Im Anschluss gab es ein Glas Sekt im Vorraum zur Kirche. Sogar Kuchen wurde für die Eröffnung gebacken.
Da die Künstlerin Sylvia Vandermeer leider verhindert war, stellte Frank Meierewert mit Begeisterung die Werke seiner Frau vor.

Fünf von zehn Teppichen hängen im Vorraum. Die Bildmotive erzählen vom Alltag des Lebens. Ein Fischer, der nach getaner Arbeit sich ausruht, ein Labyrinth erzählt vom Lebensweg zu unserer inneren Mitte, Menschen überqueren die Rialtobrücke, eine Mutter mit ihrer Tochter fahren mit dem Boot zum Markt und ein verlassener Kinoraum lädt ein, vielleicht den eigenen Lebensfilm sich anzuschauen.

Begleitet werden die Teppich-Bilder mit Meditationen von P. Anselm Grün. Beides in Kombination lädt zum Atemholen im Glauben ein. Wochentags ist der Vorraum der Kirche geöffnet. Beim Freitags-Pilgern und in den Taizé-Andachten wurden Gedanken aus der Ausstellung aufgegriffen. Immer sonntags – bis zum 4. November – konnten die Urlauber die Gelegenheit mit der Gemeinde nutzen eine Tasse Kaffee zu trinken und die Ausstellung zu betrachten nach der Hl. Messe.

Ich bedanke mich bei allen helfenden Händen, die einen so tollen Auftakt ermöglicht haben, vom Einkauf der Sektgläser über’s Kuchen backen bis hin zum Aufräumen. Vielen Dank. Die Ausstellung, sowie das Herbstprogramm im Oktober werden vom Bonifatiuswerk gefördert. Auch dafür ein herzliches Vergelt’s Gott!

Freitags-Pilgern von Binz nach Sellin in der Zeit vom 3. Oktober bis 2. November 2018

Treffpunkt war in der ev. Kirchengemeinde in Binz. Pastorin Handt erzählte uns von ihrer Kirche. 1911 war die Grundsteinlegung und 1913 die Kirchweihfeier. Ihre Besonderheit: Der Altar zeigt nach Nordosten und der Turm ist über dem Altar. Drei Glocken sind im Turm, die noch mit dem Seil geläutet werden. Die Orgel besteht aus 729 Pfeifen und 14 Register. Im Sommer finden regelmäßig Orgelkonzerte statt. Zum Abschluss erhielten wir von ihr den Pilgersegen und machten uns auf den Weg über den Kirchberg zur katholischen Kirche „Stella Maris“. Dort erwartete uns die Ausstellung „Atemholen im Glauben“ der Binzer Künstlerin Sylvia Vandermeer.

Nach der Ausstellung konnten wir uns auf den Weg nach Sellin machen. Dabei begleitete uns das Labyrinth von Chartres mit den Gedanken von Pater Anselm Grün, aufgeteilt in acht Stationen. Der Pilgerweg führte uns am Ehrendenkmal der gefallenen Soldaten seit 1813 vorbei zum Grab eines finnischen Kriegers von 1806. Eine weitere Zwischenstation war der unter naturschutzstehende Schwarze See, der übrigens 54m über dem Meeresspiegel liegt.

Wir erreichten danach den steilen Hochuferwanderweg. Manchen Pilgern war der Weg zu steil, sie trauten sich nicht an den Rand des Weges um auf die Ostsee hinunterzuschauen. Der Ausblick jedoch war wunderschön.

Nach knapp sieben Kilometern Fußweg erreichten wir schließlich die katholische Kirche “Maria Meeresstern” in Sellin. Diese Kirche wurde als Basilika im Stile des Historismus mit neugotischen und neuromanischen Einflüssen errichtet. 1911 war die Grundsteinlegung und am 16. Juli 1912 wurde sie feierlich eingeweiht. Im September 1995 wurde die Renovierung der Kirche abgeschlossen. In dieser Kirche endete der Pilgerweg mit einem Abschlussgebet.

Ich danke allen Pilgern, die sich freitags mit mir auf den Weg gemacht haben. Ihre Offenheit und der gemeinsame Gedankenaustausch waren auch für mich sehr bereichernd. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite, nur ein einziges Mal war es grau. Die herbstliche Farbenpracht, die Sonnenstrahlen durch die Bäume und der Duft des Waldes ließen uns Gottes Natur mit allen Sinnen genießen.

Mittwochs auf Spurensuche im biblischen Kriminalfall

Morgendämmerung – Nebel – wild umherlaufende Schafe und Ziegen – auf dem Boden liegt eine menschliche Gestalt – regungslos – Blut ist zu sehen – etwas Schreckliches muss passiert sein …
Ein biblischer Kriminalfall: Etwas Schreckliches muss passiert sein!

Die Sonderkommission der Kripo wurde gebildet mit dem Namen „Blutige Erde“. Erwachsene wie Kinder wirkten in der Sonderkommission mit und klärten den Kriminalfall auf. Jung und Alt waren im Aufklärfieber und hatten viel Freude sich mit der Geschichte von Kain und Abel zu beschäftigen.
Für mich war interessant die Schuldfrage zu diskutieren. Welche Strafe sollte der Mörder erhalten? Einige überlegten kurz über die Todesstrafe aus Amerika nach, „25 Jahre Knast“ war ein Ausruf und andere pochten auf Wiedergutmachung, indem der Mörder zusätzlich zum Ackerbau, auch die Viehwirtschaft seines Bruders übernehmen müsse. Überrascht hat mich die Aussage eines Mädchens, die meinte, der Tod des Bruders sei Strafe genug, nämlich der Verlust des Bruders und das lebenslange Schuldgefühl.
Nicht nur für Erwachsene! Auch Kinder und Jugendliche hatten Freude am biblischen Kriminalfall.
Im Anschluss gab es die Möglichkeit sich mit Kakao, Kaffee und Süßem zu stärken.

Hier danke ich Caroline Walter, der Gemeindepädagogin in den Ev. Kirchengemeinden Mönchgut-Sellin und Binz-Zirkow- Lancken-Granitz – für eine gelungene, ökumenisch gestaltete Aktion.
Wir möchten uns für diesen wirklich schönen Nachmittag bei Ihnen bedanken. Es war eine richtig tolle Idee, die Sie hier umgesetzt haben. Den Kinder hat es so gut gefallen, dass es im Rückblick das Highlight des Urlaubs war!

Freitags Taizé-Andacht im Oktober jeweils um 19 Uhr in Binz

Aufgestellte Laternen am Eingang zur Kirche heißen die Teilnehmer für die Taizé-Andacht willkommen.
Ein im Kerzenschein erleuchteter Kirchenraum lädt zum Gebet ein.
Bereits im Foyer begrüße ich die Leute und weise auf die Teppichausstellung hin. Ich mache sie aufmerksam auf ein ganz bestimmtes Motiv. Sie sollen das Bild gedanklich mit in die Andacht nehmen. Die zum Teppich gehörende Meditation von P. Anselm Grün wird in der Andacht vorgelesen.
Anne und Jakobus bereicherten spontan unser Taizé-Gebet!

Besonders gefreut habe ich mich über eine Berliner Familie, deren Tochter Anne mit einer Klarinette das Taizé-Gebet musikalisch begleitet hat. Allerdings kam an diesem Abend auch Jakobus mit seiner Trompete, ein Jugendlicher aus der Gemeinde. Beide haben den Abend musikalisch gestaltet ohne sich zu kennen und vorher geübt zu haben. Beide haben für eine stimmungsvolle Atmosphäre gesorgt - dafür vielen Dank!