Sankt-Hedwig-Krankenhaus feiert 175-jähriges Bestehen

Das Sankt-Hedwig-Krankenhaus in Berlin-Mitte hat am Dienstag sein 175-jähriges Bestehen gefeiert. Es ist Berlins ältestes Krankenhaus in katholischer Trägerschaft. An dem Festakt nahmen der Papst-Botschafter in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und der Berliner Erzbischof Heiner Koch teil.

In seinem Grußwort würdigte Eterovic das "segensreiche Wirken" des Krankenhauses im Geiste der heiligen Hedwig von Schlesien (1174-1243), die für ihre Sorge um Arme und Kranke verehrt wird. Es bezeuge die christliche Botschaft in Wort und Tat, so der Apostolische Nuntius. Erzbischof Koch betonte, in einer säkularen Stadt wie Berlin halte es "die Hoffnung wach, dass es mehr gibt als diese Welt, auch für diejenigen, die nicht mehr geheilt werden können".

Staatssekretär Westerfellhaus bescheinigte dem Krankenhaus "Spitzenmedizin gepaart mit viel Menschlichkeit und persönlicher Zuwendung". Müller bezeichnete es als wichtige Institution der Berliner Gesundheitsversorgung und "unverzichtbaren Standort" für die Ausbildung medizinische Fachkräfte. In der Zeit der DDR hätten sich dort auch SED-Funktionäre behandeln lassen, "die der Kirche das Leben schwer machten".

Heute würden dort jährlich 40.000 Kranke stationär behandelt, bilanzierte der Regierende Bürgermeister. Dabei bringe das Krankenhaus für Menschen ohne Krankenversicherung jährlich eine halbe Million Euro selbst auf. Müller erinnerte auch an die Rettung jüdischer Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus, die von Ärzten und Ordensfrauen versteckt und damit vor Deportation und Ermordung gerettet wurden.

Das Sankt-Hedwig-Krankenhaus wurde 1846 von der Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus in Betrieb genommen, die heute noch dort präsent sind. Träger ist seit 1999 die Alexianer St. Hedwig Kliniken GmbH, hinter der ebenfalls eine Ordensgemeinschaft steht.

Heute umfasst es zehn Kliniken und fünf medizinische Zentren mit insgesamt 427 Betten und rund 1.500 Mitarbeitenden. Zusammen mit der Charite hat das Sankt-Hedwig-Krankenhaus in einem bundesweit einmaligen Modell die psychiatrische Vollversorgung für Berlin-Mitte übernommen. Weitere Schwerpunkte sind die Urogynäkologie und spezifische medizinische Versorgung von Migranten.