Schlaglicht

aus dem Erzbistum Berlin

Steyler Anbetungsschwestern bleiben in BerlinErzbischof feiert mit Generalleitung und Steyler Missionaren Dankhochamt im Anbetungskloster St. Gabriel

In der Kirche Mariä Verkündigung des Anbetungsklosters St. Gabriel feierte der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch ein Dankhochamt für den Verbleib der Anbetungsschwestern in Berlin. © Steyler Missionare

Die Steyler Anbetungsschwestern, auch Anbetungs- oder „Rosa“ Schwestern genannt, bleiben in Berlin. Das Generalat des Ordens hat entschieden, die Niederlassung in Bad Driburg aufzuheben. Das Generalat selbst wird in das Mutterhaus nach Steyl in den Niederlanden ziehen, einige Schwestern werden nach Berlin übersiedeln. Aus diesem Anlass feierte Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch, am vergangenen Mittwoch in der Kirche Mariä Verkündigung des Anbetungsklosters St. Gabriel ein Pontifikalamt.

Es war ein Pontifikalamt besonderer Art am Abend des 15. Juni 2016 im Anbetungskloster der Steyler Anbetungsschwestern in Berlin. Erzbischof Heiner Koch, der erst vor neun Monaten sein Bischofsamt in Berlin übernahm, hat schon öfters während dieser Zeit bei den Schwestern haltgemacht. Diesmal führte ihn ein äußerst freudiger Anlass nach St. Gabriel: Er kam mit seinen beiden Weihbischöfen, um Dank zu sagen.

Die Generalleitung der Anbetungsschwestern hatte vor der Entscheidung gestanden, eine der zwei Niederlassungen in Deutschland zu schließen. Es ging um die Standorte Bad Driburg oder Berlin. Das Erzbistum Berlin setzte sich dafür ein, die Schwestergemeinschaft und das Anbetungskloster in Berlin zu halten. Auch die benachbarte Kommunität der Steyler Missionare appellierte an die Generalleitung, St. Gabriel in Berlin nicht zu schließen: Die Hauptstadt Berlin benötige dringend eine solche Präsenz. Denn Berlin sei eine postchristliche Stadt, eine Diaspora, in der 60 % der Einwohner keine Konfession haben und nur 29 % Christen sind, davon 9,5 % katholisch. Insofern brauche Berlin ein solches Zeichen, brauche diese Metropole das Gebet und die Anbetung.

Mitte April 2016 fiel nun die Entscheidung zugunsten Berlins. So war die Freude groß. Zum Dankgottesdienst mit der Generalleitung der Anbetungsschwestern kamen die Gläubigen so zahlreich, dass viele in der Kirche keinen Platz fanden und noch bis vor der Kirchentür stehen mussten. Erzbischof Heiner Koch wertete dies als Abstimmung mit den Füßen für das Anbetungskloster. Die Pfarrgemeinde Heilig Geist, in deren Schatten das Anbetungskloster liegt, nahm regen Anteil an dieser Festfeier, zehn Mitbrüder der Steyler Missionare konzelebrierten. Der Kirchenchor sang die Orchestermesse Haydns „Missa in F“ mit Motetten von W.A. Mozart. Nach dem Schlusschoral „Großer Gott wir loben dich“ jubelte er aus dankbarem Herzen das Händel-Halleluja.

Hintergrundinfo

Der offizielle Name der Steyler Anbetungsschwestern lautet Dienerinnen des Heiligen Geistes von der Ewigen Anbetung (SSpSAP: Congregatio Servarum Spiritus Sancti de Adoratione perpetua). Der Orden wurde 1896 von dem Hl. Arnold Janssens gegründet. Das Mutterhaus steht in Steyl. Weltweit hat die Kongregation 22 Niederlassungen, in Europa sind es sechs.

Das Kloster St. Gabriel in Berlin existiert in diesem Jahr 80 Jahre. Die Anbetungsschwestern leben in strenger Klausur und haben sich ganz der eucharistischen Anbetung, dem immerwährenden Gebet rund um die Uhr verpflichtet. Nur in den dringendsten Fällen verlassen sie das Kloster. Zurzeit leben dort 15 Schwestern und eine Postulantin.

Der Tagesablauf der Schwestern wird vom Chorgebet bestimmt, zu dem man sich siebenmal täglich trifft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in dem Briefapostolat: Menschen, die in Not sind, oder bei den Schwestern um Gebet und Hilfe nachsuchen, erhalten tröstende und aufbauende Worte. Der seelsorgliche Dienst erstreckt sich auch über Gespräche, sei es im Sprechzimmer oder am Telefon.