Schlaglicht

aus dem Erzbistum Berlin

Wie tickt die katholische Kirche in der Diaspora?Zwei Abiturienten aus dem Erzbistum Berlin absolvieren mit dem Bonifatiuswerk ein Praktikum in Nordeuropa

Franziska Menzel und Philipp Malz (v.l.) mit Msgr. Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes und Projektreferentin Julia Jesse (v.l.) Foto: Theresa Meier

21 junge Menschen aus elf deutschen Bistümern haben ein Abenteuer vor sich. Sie wollen wissen, wie die katholische Kirche in Nordeuropa und dem Baltikum tickt und lebt. Deswegen reisen sie mit dem Bonifatiuswerk in den kommenden Wochen nach Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland, Lettland oder Island. Dort lernen sie für einige Monate die katholische Diaspora-Kirche kennen und werden in einer kirchlichen Institution mitarbeiten. Als neues Praktikumsland ist dieses Jahr Estland hinzugekommen. Dort können die Praktikanten die katholische Schule in Tartu aktiv unterstützen.

Damit sie für Ihren Auslandsaufenthalt bestmöglich vorbereitet werden, sind sie jetzt zu einem mehrtägigen Seminar in Paderborn zusammengekommen. Neben Fragen der interkulturellen Kommunikation und der jeweiligen Situation der Katholiken vor Ort, tauschten sich die jungen Menschen mit der Projektreferentin Julia Jesse, der Projektkoordinatorin am Newman-Institut  im schwedischen Uppsala, Ricarda Clasen, und ehemaligen Praktikanten über persönliche Erwartungen und Anforderungen aus. „In diesen Tagen lernen wir unsere zukünftigen Praktikanten in unterschiedlichen Situationen sehr gut kennen und schätzen. Es ist schön zu erleben, welch hohe Motivation, Begeisterung und Vorfreude mitgebracht werden“, stellte Julia Jesse heraus.

Aus dem Erzbistum Berlin zieht es Franziska Menzel und Philipp Malz im September nach Dänemark und Norwegen. Die Abiturientin aus Berlin wird das katholische Niels Steensen Gymnasium im Bistum Kopenhagen unterstützen, in dem auch die katholische Jugendorganisation DUK (Danmarks Unge Katolikker) ihre Zentrale hat. Sie organisiert Veranstaltungen und Freizeiten sowohl in Kopenhagen als auch in den restlichen Regionen Dänemarks. Die18-Jährige hilft zum Beispiel bei der Vorbereitung von Freizeiten für Kommunionkinder. „Ich habe mich für das Praktikum des Bonifatiuswerkes entschieden, um mich für mein späteres Studium zu orientieren, mich sozial zu engagieren und die nordeuropäischen Kirchenstrukturen kennenzulernen“, erklärt Menzel ihre Motivation.

Philipp Malz ebenfalls aus Berlin startet sein Praktikum in der Pfarrei St. Paul in Bergen. Für zehn Monate ist sein Haupteinsatzort das katholische Gymnasium St. Paul im Stadtteil Florida. Hier hat der Abiturient die Möglichkeit, sich mit seinen Fähigkeiten einzubringen, ob als Vertretung im Deutsch- oder Religionsunterricht, bei der Vorbereitungen von diversen Projekten oder als Nachmittagsbetreuer und Hausaufgabenhelfer.

„Wir freuen uns, dass Sie mit Ihrem Einsatz die Arbeit des Bonifatiuswerkes unterstützen. Unser Praktikantenprogramm bietet Ihnen die Chance, über den Tellerrand hinauszublicken und Kirche einmal anders zu erleben. Während Ihrer Zeit in Nordeuropa und dem Baltikum lernen Sie Menschen kennen, die auf beeindruckende und engagierte Weise ihren Glauben in der Diaspora leben. Sie werden sehen, welch junges, internationales und gastfreundliches Gesicht eine materiell arme Kirche hat. Zugleich werden Sie auch für sich und Ihren Lebensweg wertvolle Erfahrungen und Begegnungen sammeln“, gab der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, den Praktikanten mit auf den Weg und bedankte sich für ihren Einsatz.

Das Bonifatius Praktikanten-Programm

Das „Bonifatius Praktikanten-Programm“, auch bekannt als „Praktikum im Norden“ ermöglicht jährlich bis zu 25 jungen Menschen einen Aufenthalt in Nordeuropa und dem Baltikum, um ihnen unmittelbare Einblicke in das kirchliche Leben in der Diaspora zu bieten. Es ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e.V., dem Newman Institut im schwedischen Uppsala und den zusammenwirkenden Bistümern und Institutionen. Finanzielle Unterstützung erhält es vom Erzbistum Paderborn.