Zusammen auf dem WegÜber das Bewerbendenkreistreffen vom 18.-20. März 2016 im Don-Bosco-Zentrum Berlin-Marzahn

Es ist Freitagfrüh, 9.00 Uhr. Ich sitze in der S-Bahn auf dem Weg in die östlichste Ecke Berlins, wo ich bislang noch nie war, nach Marzahn, zum Bewerbendenkreistreffen.

Der Bewerbendenkreis des Erzbistums Berlin besteht zurzeit aus ca. 15 Frauen und Männern zwischen 20 und 45 Jahren, die nach Abschluss des Studiums GemeindereferentInnen bzw. PastoralreferentInnen werden wollen.

Das Treffen passt mir diesmal gar nicht in den Kram – ich hab schon letztes Wochenende meine Kinder bei den Großeltern geparkt, ich würde viel lieber die kinderfreie Zeit am Schreibtisch für meine Promotion nutzen … den anderen geht es ähnlich wie mir. Jede/r von uns hält mindestens drei Bälle gleichzeitig in der Luft: Abschlussarbeit, Prüfungen, berufspraktisches Jahr, Job, Familie, Umzug, Pendel-Dasein. Und eben der Bewerberkreis. Trotzdem freue ich mich auf die drei Tage mit meinen „MitstreiterInnen“. Der Austausch war bisher immer bereichernd und eine wichtige Motivation, weiter zu gehen auf dem Weg zur/m Gemeinde-/PastoralreferentIn. Außerdem bin ich neugierig auf die neue Referentin für die Ausbildung des pastoralen Personals. Die Ära Heinschke ist vorbei. Und Agnes Streich, seine Nachfolgerin, ist nun in Elternzeit und muss vertreten werden. „Die Neue“ heißt Margarete Kümpel. Sie versteht sich als unsere Wegbegleiterin: „Ich geh ein Stück mit Dir mit“ steht auf ihrer Postkarte zu den sieben Werken der Barmherzigkeit, mit denen sie das Treffen eröffnet.

Der inhaltliche Fokus lag bei diesem Treffen auf dem Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wir bekamen eine dermaßen spannende Führung durch das „Haus des Rundfunks“ des rbb, dass Frau Kümpel befürchten musste, unsere Berufung für den kirchlichen Dienst käme ins Wanken. Wir lernten Stefan Förner, den Pressesprecher des Erzbistums, kennen, sowie Juliane Bittner, die stellvertretende Leiterin der Abteilung Hörfunk und Fernsehen im Erzbistum, und bekamen von den beiden einen Einblick in ihre voller – nicht nur positiven – Überraschungen steckende Arbeit am Puls der Zeit. Wir erfuhren, in welchen Radio- und Fernsehsendungen Kirche präsent ist und übten uns selbst darin, eine Pressemitteilung bzw. ein „Wort zum Tag“ zu verfassen. Fazit: Die Basics des journalistischen Schreibens lassen sich hervorragend bei unserer zukünftigen Arbeit anwenden, die immer ein Stück weit Öffentlichkeitsarbeit sein wird. Appell: Gesicht zeigen!

Neben den genannten Inputs war das Bedürfnis nach „Outputs“ groß. Darin liegt ja auch der Sinn der Bewerbendenkreistreffen, dass wir uns gegenseitig austauschen können darüber, wer gerade wo steht in der Ausbildung, was als nächstes kommt, was gut lief, was schlecht lief, wovor wir Bammel haben, worauf wir uns freuen. Da geht der Gesprächsstoff nie aus.

Der Weg, auf dem wir zusammen sind, ist ein spiritueller. Die gemeinsamen Gebetszeiten sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Treffen geworden. Es war für uns diesmal wieder eine sehr schöne Erfahrung, unsere Spiritualität miteinander zu teilen. Die Vorabendmesse feierten wir zusammen mit den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel und den Salesianern Don Boscos. Pater Albert war dermaßen beeindruckt von unserm Schmettergesang, dass er anschließend meinte, er mache sich nun um die Zukunft der Kirche keine Sorgen mehr. (Über das Don-Bosco-Zentrum in Marzahn selber gäbe es auch noch einiges zu sagen. Dort ist der Heilige Geist am Wirken!)

Am frühen Nachmittag des Palmsonntags sitze ich wieder in der S-Bahn auf dem Weg zurück Richtung Berlin Mitte, erfüllt und dankbar.