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12. Oktober 2018 Gunnar Lammert-Türk

Beim Spatenstich warf auch die 78-jährige Schwester Damiana eine Portion Kies in die Luft. | Foto: Thomas Gleißner

Am 28. September erfolgte der erste Spatenstich für ein zweites Hospiz der Caritas im Erzbistum. Auf dem Gelände des Dominikus-Krankenhauses ist es eingebunden in ein medizinisches Versorgungsnetz.

„Natürlich spiel ich da mal“, sagte Schwester Damiana und holte verschmitzt ihre Mundharmonika hervor, die sie immer bei sich trägt. Die 78-jährige Dominikanerin war Gast beim ersten Spatenstich für den Bau eines Hospizes auf dem Gelände des Dominikus-Krankenhauses in Hermsdorf. 2020 soll es fertig sein, und Schwester Damiana kann sich gut vorstellen, die Hospizbewohner zu besuchen und mit ihrem Mundharmonikaspiel zu erfreuen. So wie sie es seit vielen Jahren mit Patienten tut, als leitende Schwester der Intensivstation und seit 2006 als Seelsorgerin.

Beim Spatenstich warf auch sie eine Portion Kies in die Luft, stellvertretend für die Arenberger Dominikanerinnen, die seit Ende des 19. Jahrhunderts in Hermsdorf tätig sind und hier das Dominikuskrankenhaus aufgebaut haben.

Das Hospiz – es ist das zweite von der Caritas des Erzbistums Berlin geführte – entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft und unter Einbeziehung des 1898 errichteten denkmalgeschützten Katharinenhauses, der ersten Wirkungsstätte der Ordensschwestern auf dem Krankenhausgelände.

Bezirksstadtrat froh über die Wahl des Standorts

Uwe Brockhausen, Reinickendorfer Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Gesundheit und Bürgerdienste, hob in seiner kurzen Ansprache hervor, dass er froh über die Wahl des Standortes ist, nachdem das Vorhaben an anderer Stelle nicht realisiert werden konnte. Denn hier ist das Hospiz eingebunden in ein gewachsenes medizinisches Versorgungsnetz.

Das betonte auch die Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin, Ulrike Kostka, und verwies darauf, dass das Dominikus- Krankenhaus einen besonderen altersspezifischen Schwerpunkt ausgebildet hat. Neben der geriatrischen Station befindet sich auf dem Gelände auch eine Tagesklinik, die alte Menschen aufnimmt und eine Sozialstation der Altenhilfe der Caritas. Demnächst soll noch eine Palliativstation mit sechs Betten eingerichtet werden.

In Verbindung mit dem Hospiz möchte sie so etwas wie eine Akademie für Menschen ab vierzig initiieren, die sich mit den Veränderungen des Lebens durch das Altwerden ihrer Eltern befassen und sich darauf vorbereiten.

Menschen am Rand nicht ausgeschlossen

Und noch etwas verbindet sie mit dem neuen Hospiz wie überhaupt mit der Hospizbewegung. Es ist ihr ein Anliegen, dass auch Menschen am Rand, Wohnungslose etwa, davon nicht ausgeschlossen sind, wenn es ans Sterben geht. Sollte das gelingen, könnten auch sie ihre letzten Lebenstage im neuen Gebäude neben dem Katharinenhaus verbringen, mit Blick auf den Garten und vielleicht ab und an erfreut durch das Mundharmonikaspiel von Schwester Damiana.

Das neue Hospiz wird 14 Plätze für Hospizgäste und zwei Plätze für Besucher haben.

Nähere Informationen unter: www.caritas-hospiz-reinickendorf.de