25 Jahre lebendige Jugendarbeit

Die bekannte Potsdamer Musikgruppe "Hasenscheisse“ spielte schon häufiger auf ProFete-Feiern. Foto: Profete

Mit viel Offenheit und Einsatz hat sich das katholische Jugendzentrum „ProFete“ Ansehen in Königs Wusterhausen erarbeitet. Nun feierte die Gemeinde St. Elisabeth mit Freunden das 25. Jubiläum ihres Jugendklubs.

Wer schon einmal eine Filmkomödie mit dem US-Schauspieler Adam Sandler gesehen hat, der weiß: Kein Witz ist flach genug, um nicht erzählt werden zu können. Die Agentenkomödie „Leg dich nicht mit Zohan an“, die an jenem Freitagabend im Pfarrhof von St. Elisabeth in Königs Wusterhausen an die Leinwand geworfen wird, ist da keine Ausnahme. Das macht aber nichts, denn aus irgendeinem Grund muss man trotzdem lachen. Und wer genug von den Kalauern hat, der widmet sich einfach dem Plausch mit den anderen Gästen, die zum Auftakt der 25-Jahre-Jubiläumsfeier des katholischen Jugendzentrums ProFete gekommen sind.

Was am Publikum auffällt: Jung und Alt sind da, es herrscht gute Laune bei Gegrilltem und Gezapftem. Viele gehören der Gemeinde an, aber längst nicht alle. Woran das liegt? Womöglich am besonderen Ansatz von ProFete, bewusst auch die Jugendlichen einzuladen, die noch nicht zum Glauben gefunden haben.

„Wir wollen nicht nur hinter verschlossener Türe in der Kirche sitzen, sondern zeigen: Wir sind offen und auch mal für einen Spaß zu haben“, sagt Sebastian Rinke, ein Mann Ende 40 mit langen Haaren und Schnauzbart. Er gehört zu den „Gründervätern“ von ProFete, hat das Projekt gemeinsam mit vielen weiteren „positiv Verrückten“ aufgebaut, ist hier Sozialarbeiter auf ehrenamtlicher Basis. Der damalige Pfarrer Johannes Müller hatte im Mai 1997 seine Garage zur Verfügung gestellt und die Stadt um Fördermittel für den Umbau zum Jugendklub gebeten. Beim inzwischen verstorbenen Bürgermeister Jochen Wagner (SPD) stieß er auf offene Ohren. Die Gelder wurden bewilligt, und dank vieler freiwilliger Arbeitsstunden und dem Bauleiter Martin Hasselberg entstand ProFete.

Sichtbare Ergebnisse von Konzept und Arbeit

Was die Glaubensmittvermittlung betrifft, ist das Angebot an Jugendsozialarbeit bewusst niederschwellig gehalten. „Es ist kein Missionsprojekt, was nicht bedeutet, dass Glaube bei Pro-Fete keine Rolle spielt. Wir versuchen schon, nicht-christlichen Jugendlichen näherzubringen, was Glaube bedeutet. Aber eben mit einfachen Formen wie etwa gemeinsamen Fürbitten“, sagt Sebastian Rinke. Zudem werden die Räumlichkeiten von der 20-köpfigen Ministrantengruppe unter Georg Dinter, ebenfalls ein Gründervater von ProFete, ebenso aktiv genutzt wie vom Kirchenvorstand oder für Familienfeiern.

Mit diesem pragmatischen Ansatz hat sich ProFete fest in Königs Wusterhausen etabliert. Man ist angesehen und trägt zum guten Ruf der Gemeinde St. Elisabeth in der 38 000-Einwohner-Stadt am südöstlichen Rand Berlins bei.

Am Biertisch sitzt Peter Wein und unterhält sich mit Freunden und Familie über Gott, die Welt und ProFete. Viele Jahre war er im Kirchenvorstand für die Finanzen zuständig. „ProFete hat uns das eine oder andere graue Haar gekostet“, sagt Peter Wein mit einem Schmunzeln. „Insgesamt ist das Projekt für uns aber eine absolute Bereicherung.“ Sebastian Rinke weiß, was der Ex-Finanzwart meint: „Der Kirchenvorstand hat uns immer den Rücken freigehalten – auch wenn auf der Schlussrechnung nach einer Feier mal ein Minus stand.“

Der ohnehin lebendig wirkenden Gemeinde scheint ihr „eigener“ Jugendklub gut zu tun. Er sorgt für zusätzliche Identifikation der Heranwachsenden mit ihrer Kirche, meint Sebastian Rinke. „Der Anteil junger Leute unter den bis zu 150 Gottesdienstbesuchern ist hoch. Und das hat auch etwas mit ProFete zu tun.“

Und was sagen die Nachbarn, wenn es zu fortgeschrittener Stunde doch mal etwas lauter wird? „Insgesamt pflegen wir zur Nachbarschaft ein sehr gutes Verhältnis. Natürlich hat das Treiben hin und wieder zu Lärmbeschwerden geführt“, so Sebastian Rinke. Nachdem die Nachbarn bei der nächsten Feier auf Einladung von ProFete einfach selbst mit dabei waren und sich die Meute etwas zügelte, war die Welt jedoch wieder in Ordnung.

Die Jüngeren sind bald gefordert

Herausforderungen gibt es für ProFete dennoch. Vor allem ein Generationenwechsel in der Verantwortlichkeit täte Not, sagte Sebastian Rinke. Eigentlich wollen sich die Protagonisten der Gründergeneration, mittlerweile alle um die 50, aus der ersten Reihe zurückziehen. Aber so weit ist es noch nicht ganz. „Manchmal müssen wir die Jungs und Mädels etwas zusätzlich motivieren. Auch die Pandemie hat dazu beigetragen, dass unsere Aktivitäten etwas eingeschlafen waren. Aber ich bin zuversichtlich, dass es jetzt wieder vorangeht.“

Was die Zukunft bringt, das wird sich zeigen. An diesem Wochenende hieß es erst einmal, das bisher Erreichte zu feiern.