Abraham – Stammvater der Juden, Christen und MoslemsDas Kathedralforum St. Hedwig zeigt eine Installation zu drei Religionen

Foto: Alexandra Wolff

Das Ergebnis der interreligiösen Begegnungswoche „abraham & co“ ist noch bis zum 11. Juni als Ausstellung im Foyer des Bernhard-Lichtenberg-Hauses zu sehen.

Die Installation „look at me“ („Schau mich an“) zeigt Bilder von christlichen, jüdischen und muslimischen Jugendlichen aus dem Raum Hagen, die 2013 an dieser Begegnungswoche teilgenommen haben. Die Porträt-Filme und -Fotos begrenzen sich auf das bloße Ansehen eines Menschen. Der Ausstellungsbesucher sieht das Bild an und das Bild schaut scheinbar zurück.

Einander vorurteilsfrei begegnen

Ziel der Initiatoren von der wert-voll gGmbH war es, einen Raum zu schaffen, in dem junge Menschen einander vorurteilsfrei begegnen können. Ist dieser Mann ein Christ, weil er „mitteleuropäisch“ aussieht? Ist diese Frau eine Muslima, weil sie die Hand der Fatima um den Hals trägt? Eine Herausforderung, die zur bereichernden Erfahrung werden kann. „In Berlin leben 250 aktive Religionsgemeinschaften“, betonte Vera Krause, Stabstelle Weltkirche/ Dialog mit den Religionen, in ihrer Eröffnungsrede. „Damit ist Berlin die Stadt mit Europas größter Vielfalt.“ Oft hätten Menschen Bilder im Kopf, wie Muslime, Hindus oder Juden seien, ohne, dass sie konkret etwas darüber wüssten.

Um mehr zu lernen, verwies Bettina Birkner, Leiterin des Kathedralforums St. Hedwig, auf drei volle und geöffnete Koffer, die auf Tischen bei der Ausstellung stehen. Jeder Koffer enthält religiöse Utensilien der drei abrahamitischen Religionen. „Es handelt sich dabei um Anschauungsmaterial für den Religionsunterricht aus dem Schulamt des Erzbistums“, erläutert Birkner, die die Ausstellung zusammen mit Klaudia Höfig, der Leiterin des Internationalen Pastoralen Zentrums in Berlin, organisiert. „Sie dürfen die Gegenstände also gern anfassen – sie sind nicht für den liturgischen Gebrauch bestimmt.“

„(M)ein Gott – und was meinst du?“

Ein Filmclip auf einem Laptop und eine Leseecke flankieren die Installation. Auf zwei Kommentarwänden können sich die Besuchern die Frage stellen „(M)ein Gott – und was meinst du?“ . Ist die Frau ganz rechts auf dem Bildschirm Christin, Muslima oder Jüdin? Und was ist mit der Frau ganz rechts auf dem Plakat? Die Frauen in der Mitte (Bettina Birkner, Vera Krause und Klaudia Höfig, v.l.n.r.) sind jedenfalls Christinnen und haben zum Gelingen der Ausstellung beigetragen.

Hintergrund

Christentum, Judentum und der Islam haben Abraham („Vater der vielen Völker“) als gemeinsamen Stammvater. Deswegen hieß die Begegnungswoche „abraham & co“. Die drei Religionen nennen sich daher auch „abrahamitische Religionen“.

Termin

Die Ausstellung „look at me“ ist noch bis zum 11. Juni im Foyer des Bernhard-Lichtenberg- Hauses, Hinter der katholischen Kirche 3, in Berlin-Mitte zu sehen. Öffnungszeiten: Montags bis samstags von 11 bis 17.30 Uhr und sonntags von 11 bis 12 Uhr. Eintritt frei.