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Aktiv und hilfsbereit

Von links: Der maronitische Pfarrer P. Gaby Geagea CML und Dunja Apikian bedanken sich für den Drei-Königs-Preis, den ihnen Marie-Hélène Müßig, Oberstleutnant Gereon Gräf und Bernd Streich gerade überreicht haben. | Foto: Walter Wetzler

Der diesjährige Drei-Königs-Preis ging an die Berliner maronitische Gemeinde. Die Christen aus dem Libanon haben einen wichtigen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen geleistet, heißt es in der Begründung.

„Der größte Preis für uns ist natürlich die Freude der Menschen, in deren Gesichter zu sehen, wenn sie bei uns sind und sich wohl fühlen.“ Dunja Apikian findet, dass das neue Jahr hervorragend beginnt: Die maronitische Gemeinde, der sie angehört, bekommt den Drei-Königs-Preis verliehen. Bernd Streich und Marie- Hélène Müßig aus dem Vorstand des Berliner Diözesanrats und Oberstleutnant Gereon Gräf als Vorsitzender des Katholikenrats beim Katholischen Militärbischof haben den mit 1800 Euro dotierten Integrationspreis im Rahmen des Drei-Königs-Empfangs überreicht.

 

Neues Zuhause für Flüchtlinge

In der Begründung heißt es, dass die maronitische Gemeinde „einen wichtigen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft leistet.“ Viele arabischsprachige Menschen aus Syrien, aus dem Irak, aus Ägypten und anderen Ländern haben in der Gemeinde ein neues Zuhause gefunden. Sie erfahren vielfältige Unterstützung bei Verständigungsschwierigkeiten, bei Fragen zu Ausbildung, Arbeit und Studium, Wohnungssuche oder Kita-Platz. In ihrer Laudatio berichtet Marie-Hélène Müßig, wie hilfsbereit sie die Maroniten auch auf dem Katholikentag in Münster erlebt hat, dass sie immer und überall sofort mit angepackt haben.

Extra angereist ist aus Frankfurt Prior Gaby Geagea, der dort in Gemeinschaft mit den anderen beiden Priestern der maronitischen Mission in Deutschland lebt. Vom Main aus betreuen sie ihre Gemeinden nicht nur in Berlin und Frankfurt, sondern auch in München, Düsseldorf, Hamburg und Hannover.

„Maroniten sind Katholiken aus dem Libanon“, erklärt Dunja Apikian den Ursprung ihrer Gemeinde. Die Gründung und ihren Namen führen sie auf den heiligen Maroun zurück, einen Mönch, der im fünften Jahrhundert im heutigen Syrien lebte. Später flüchtete er in die Berge des heutigen Libanon. Seit dem 12. Jahrhundert ist die maronitische mit der römisch-katholischen Kirche uniert.

 

Gottesdienste nach eigenem Ritus

Die Liturgie feiert sie nach ihrem eigenen, dem syrisch-maronitischen Ritus. Das geistliche und politische Oberhaupt der Maroniten, der Patriarch der Syrischen Maronitischen Kirche von Antiochien, muss nach seiner Wahl vom Papst bestätigt werden. Der jetzige Patriarch Bechara Boutros El Rahi hat den Rang eines Kardinals inne.

Die Berliner maronitische Gemeinde ist auch außerhalb ihrer monatlichen Gottesdienste aktiv: „Wir haben eine Rosenkranzgruppe, eine Jugendgruppe, eine Ministrantengruppe und einen Chor“, erzählt Dunja Apikian. Feste wie das Barbarafest Anfang Dezember feiern sie ebenfalls gemeinsam, dafür bringen Gemeindemitglieder traditionelle Leckereien mit. Die Gemeinde hat einen großen Einzugsradius: „Unsere Mitglieder kommen aus ganz Berlin zu uns, auch aus Potsdam. Wir hatten sogar jemanden aus Halle, der regelmäßig zu Messzeiten nach Berlin anreiste“, berichtet Dunja Apikian.

Zu den Gottesdiensten heißt sie Interessierte willkommen. „Unsere Gemeinde heißt jeden willkommen. Wir sind international und so soll es auch bleiben.“

Die maronitische Gemeinde feiert ihre Gottesdienste immer am dritten Sonntag im Monat um 13 Uhr in der Kirche St. Paulus, Oldenburger Str./Ecke Waldenserstr., Berlin-Moabit.