Ein Buga-„Blumenstrauß“ für die EhrenamtlichenDankfest für Mitglieder der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände im Erzbistum Berlin

Foto: Marina Dodt

Der Hitzepol Berlin-Brandenburgs liegt mit 39,1 Grad in der Buga-Stadt Brandenburg. Trotzdem folgten fast 180 Ehrenamtliche aus dem ganzen Erzbistum der Einladung zu einem Dankfest auf der Bundesgartenschau.

Unter dem Motto „Nur Mut, Ehrenamt tut gut“ überreichten der Diözesanrat und Diözesanadministrator Prälat Tobias Przytarski den Mitgliedern von Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen mit diesem Buga-Besuch einen symbolischen, bunten Buga-Blumenstrauß als Dankeschön für die Arbeit der letzten Wahlperiode(n).

Die Damenwelt trug ihn in allen Facetten mit farbenfrohen Bändern oder Blumen und der Geschäftsführer des Diözesanrates, Hans-Joachim Ditz, hatte von Amts wegen den Hut auf, in diesem Fall einen Strohhut. Strohhüte avancierten zum Accessoire des Tages. Der „Landflucht“ an die Havel folgte die Flucht in den Schatten. Während der Eröffnungsandacht animierten die über 200 verwaisten Sonnen-Stühle vor der Packhof-Bühne Prälat Przytarski und den Diözesanrats-Vorsitzenden Wolfgang Klose in der Loriot- Stadt Brandenburg zu manch sonnenheiterem Lobwort über Katholiken und die fast sprichwörtlich leere erste Kirchenbank, über einen etwaigen Abstand zum Kirchenvolk. Doch die Sonne trenne nicht, sie verbinde, bezog sich Wolfgang Klose auf die jüngste Enzyklika „Laudato si“, die an einen oft gesungenen Kanon aus seiner Jugendzeit erinnerte. Laudato si – dieser große Lobpreis für die Schöpfung und der Dank dafür, in ihr leben zu dürfen, werde auf der Buga in besonderer Weise und mit allen Sinnen erlebbar, schließe den Dank untereinander und füreinander mit ein, so Klose. „Wenn Sie nicht wären, wäre die Kirche arm, würde Kirche nicht funktionieren“, würdigte er das Engagement der Ehrenamtlichen.

Die Band Patchwork sang Psalm 104

„Herr mein Gott, du bist sehr herrlich, du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du anhast, du breitest den Himmel aus wie einen Teppich …“ Selten hat sich der 104. Psalm so tief und berührend erschlossen, wie an diesem Sommersamstag auf der Buga und in der Interpretation der Band Patchwork. Sie führte musikalisch durch die Andacht, gab spürbare Impulse für den Predigttext: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. „Ich habe Gott gesehen, er saß mir gegenüber in der Straßenbahn. Er konnte kaum stehen, war dreckig und besoffen und ist schwarz gefahr‘n“ – dieser Liedtext schlug eine Brücke vom Lob der Schöpfung zur Verantwortung für sie und den Menschen neben uns. Weil Gott uns als Teil der Schöpfung geschaffen hat, werden Menschen zu Geschwistern, betonte Uta Raabe, Leiterin des Dezernates Seelsorge, in der Predigt. So gab sie den Wunsch mit, im anderen sich selbst zu erkennen und das zu werden, was sie sind, Bruder und Schwester.

Auch Hans-Joachim Ditz warf seinen (Stroh-)Hut in den Ring. In einem Kurzinterview mit Buga- Pfarrer Thomas Zastrow blühte Kirche auf der Bundesgartenschau auf, mit über 2000 Veranstaltungen, mit Kirchen- und Tagespilgerwegen im Havelland per Fuß, Rad oder Boot.

Christian Radeke lässt Kirche aufblühen

 Kirche blühte dann auch auf in der äußerst lebendigen Führung Christian Radekes durch den Dom St. Peter und Paul, durch die „Mutterkirche der Mark“, deren unterschiedlichste epochale Raumgestaltung Zeitgeist und Lebensbewegung widerspiegele. „Wir konnten heute in einem wunderschönen Raum sein“, nahm Wolfgang Klose diesen Gedanken dann während der Abschlussandacht im Kirchenschiff auf, „konnten aus den gemeinsamen Erlebnissen und geschenkten Begegnungen Kraft tanken für den vor uns liegenden Prozess ‚Wo Glauben Raum gewinnt‘.“

Die Hitze des Tages schweißte zusammen und so gab es einen heißen Dank an die Organisatoren und als Erinnerung für jeden ein großes Streichholz, um weiter Feuer und Flamme zu sein. „Es war ein toller Tag: die übergemeindlichen Gespräche, der gemeinsame Gesang, die mitreißende Patchwork-Musik“, sagt Beate Hasenauer, Pfarrgemeinderatsmitglied der Gemeinde Maria Rosenkranzkönigin in Berlin-Steglitz über dieses gelungene Dankfest, das sicher nicht nur wegen der außergewöhnlichen Temperaturen noch lange nachwirken wird.