Eine Möglichkeit zur Erholung

Till Bork im Ärztezimmer der Krankenwohnung. | Foto: Cornelia Klaebe

Seit dem 1. November betreibt die Caritas eine Krankenwohnung für Wohnungslose in Berlin-Moabit. Till Bork, der sie mit Marlene Köster zusammen leitet, spricht im Interview über das neue Projekt.

Herr Bork, wie zufrieden sind Sie nach den ersten Wochen in der Caritas-Krankenwohnung?

Sehr zufrieden. Die Räumlichkeiten einer ehemaligen Klinik sind für die Caritas-Krankenwohnung sehr gut geeignet. Bisher gibt es auch keine Probleme.

Wer sind die Menschen, die hier herkommen?

Wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen, die zum Teil nicht versichert sind. Menschen verschiedener Nationalitäten und Geschlechter. Alle sind hier, weil sie gesundheitliche Probleme haben und wir ihnen helfen möchten.

Sie haben 15 Plätze, in Berlin gibt es aber 8000 bis 10 000 Wohnungslose. Wie beurteilen Sie das Angebot in Bezug auf den Bedarf?

Das Angebot scheint in Bezug auf die hohe Anzahl der wohnungslosen Menschen wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber es ist ein guter Anfang, um wohnungslosen Menschen die Möglichkeit zu bieten, sich bis zu vier Wochen zu erholen.

Wie werden die Klienten auf Ihr Angebot aufmerksam?

Sie kommen über andere niedrigschwellige Einrichtungen zu uns, in Einzelfällen über Krankenhäuser, aber auch über Suppenküchen, Tagestreffs und Kältehilfeeinrichtungen. Die Einrichtung ruft dann bei uns an, und unsere Dienststellenleitung entscheidet mit einem Arzt, ob der erkrankte Mensch aufgenommen wird.

Was für Räumlichkeiten haben Sie?

Wir haben 15 Betten in drei Zweibettzimmern, zwei Dreibettzimmern und drei Einzelzimmern. Dazu kommen ein Ärztezimmer, Büros für Leitung, Sozialarbeiter und Verwaltung, ein Stationszimmer für die Pflegekräfte, einen Aufenthalts- und Essensraum für die Klienten. Dann haben wir ein Pflegebad und einen Duschraum. Außerdem gibt es einen Aufenthaltsraum für das Personal.

Wen oder was brauchen Sie, um zukünftig weiter gut hier arbeiten zu können?

Wir sind für die Versorgung der wohnungslosen Menschen auf die ehrenamtliche Arbeit von Ärzten angewiesen. Weiterhin brauchen wir auch Sachspenden wie Medikamente, Kleidung, medizinische Einrichtung und technische Geräte. Und wir brauchen ab dem 1. Mai eine neue Unterkunft. Sie muss groß genug sein, um für 15 Klienten genug Platz bieten, um sich zu erholen, und dazu braucht es noch Räume für das Team.

Was wünschen Sie sich für die Krankenwohnung?

Ich wünsche mir eine gute Zusammenarbeit mit allen niedrigschwelligen Einrichtungen in der Wohnungslosenhilfe.

Kontakt: krankenwohnung(ät)caritas-berlin.de oder 01 52 / 53 00 06 71