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Eine neue Windel für das Jesuskind

Frisch restauriert und neu gewandet: Die Heilige Familie der Neapolitanischen Krippe. | Foto: Cornelia Klaebe

Neapolitanische Krippen zeigen die Geburt Jesu im Umfeld des täglichen Lebens von Neapel. Ein Exemplar aus dem 18. Jahrhundert, das der Gemeinde St. Hedwig gehört, wird zurzeit restauriert. Die Heilige Familie ist schon fertig.

Maria, Joseph und das Kind: Wenn sie da sind, ist es eine Krippe. Ochse, Esel, Schafe, Hirten und viele weitere Figuren können die Szenerie erweitern. „Wir haben jetzt einen Meilenstein geschafft“, freut sich Bettina Birkner, dass mit der Heiligen Familie nun eine Minimalbesetzung der Neapolitanischen Krippe nach St. Hedwig zurückkehren konnte. Diese Krippe aus dem 18. Jahrhundert kam durch Schenkung nach Berlin, wurde „von St. Hedwig erworben“ und fand sich nach der Zerstörung der Kathedrale im Krieg in St. Kamillus in Charlottenburg wieder. Über Jahre hatte sich die Leiterin des Kathedralforums gemeinsam mit Krippenliebhaber Hans Schade und Konstantin Manthey von der Katholischen Akademie für deren Aufarbeitung eingesetzt.

Im Juli wurden die 38 Figuren samt den Kulissenelementen ins bayerische Miesbach gebracht, um von Restaurator Sebastian Westermeier Zug um Zug aufgearbeitet zu werden (Tag des Herrn berichtete). Anhand der Heiligen Familie erklärt Westermeier, wie so eine Restauration aussieht: „Zuerst geht es immer darum, den Bestand zu erhalten. Erst danach kommt die Ergänzung.“ Es sei darum gegangen, Farbe, die lose geworden sei, zu festigen. Darüber hinaus habe er abgebrochene Teile ergänzt. Da die vorhandenen Nimben (Heiligenscheine) nicht original und auch nicht schön gewesen seien, habe er neue angefügt. Mehr Mühe machte dem Restaurator die Farbe des Jesuskinds: „Da war eine Zweitfassung drauf, die allerdings arg in Mitleidenschaft gezogen war.“ Westermeier holte die ursprüngliche, besser erhaltene Fassung wieder hervor. Allein für das Jesuskind benötigte er drei Tage. Dann kümmerte sich Monika Kager um die Bekleidung: Sie zog Maria ein neues Kleid an, überarbeitete das Gewand von Joseph und wickelte das Jesuskind in eine neue Windel. Dazu bekam es auch ein Tuch, das das Stroh der Krippe bedeckt. Die fachliche Begleitung der Restaurierung erfolgt durch Nina Gockerell, die frühere Leiterin der größten deutschen Krippensammlung am Bayerischen Nationalmuseum. Sie hält am 19. Dezember um 18 Uhr einen Vortrag über die Neapolitanische Krippe in der Katholischen Akademie, Hannoversche Str. 5, Berlin-Mitte.

Spender und Paten gesucht

Bettina Birkner ist begeistert über die gelungene Restauration der Heiligen Familie: „Ich habe mich direkt verliebt.“ Sie hofft, dass sich für die restliche Krippe Spender, vielleicht sogar Paten, finden. Denn die Restauration einer Figur – wie Hirte, Musiker, Bürger – kostet 1 000 Euro, die von Schaf, Esel oder Ochse 500 Euro. Spendenkonto: Metropolitankapitel bei St. Hedwig, IBAN: DE21 3706 0193 6003 6340 33, BIC: GENODED1PAX, Verwendungszweck: „Restaurierung Neapolitanische Weihnachtskrippe“.

Führungen auf Anfrage. Kontakt über Kathedralforum, Montag bis Samstag, 11 bis 17.30 Uhr: 0 30 / 2034848 oder Bettina. Birkner@erzbistumberlin.de