Engagement für Kinder und für FrauenErzbistum ehrt Solwodi und das Ehepaar Adelgund und Wolfgang Lissy bei seinen Empfängen

Nach der Heiligen Messe in der St. Hedwigs-Kathedrale übergab Wolfgang Klose (3. v. l.) den Dreikönigspreis an Solwodi. Foto: Walter Wetzler

Für sein Engagement beim Kindermissionswerk wurde das Ehepaar Lissy beim Neujahrsempfang der Mitarbeiter im Erzbistum ausgezeichnet. Beim „großen“ Jahresempfang, wenige Tage später, bekam die Beratungsstelle für Frauen in Not „Solwodi“ einen Preis.

Diözesanadministrator Prälat Tobias Przytarski zeichnete Adelgund und Wolfgang Lissy mit dem päpstlichen Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ aus. Das Ehepaar Lissy aus der Gemeinde St. Hildegard in Berlin-Frohnau engagiert sich seit 30 Jahren in herausragender Weise für das Kindermissionswerk der Sternsinger und die jährliche Sternsinger-Aktion.

Bereits in den 80er Jahren haben die beiden Lehrer das Sternsingen im Erzbistum Berlin mit aufgebaut und die Sternsingerarbeit in ihrer Pfarrgemeinde geprägt. Schon wenige Wochen nach dem Fall der Mauer haben sie mit den Sternsingern ihrer Gemeinde die Grenzen West-Berlins überschritten und den Stern in benachbarte Brandenburger Gemeinden getragen.

Kochen, basteln und tanzen mit Frauen in Not

Auf den Neujahrsempfang für die Mitarbeiter im Erzbistum Berlin folgte der Jahresempfang des Erzbistums und des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin. In diesem Rahmen verlieh der Diözesanrat seinen Integrationspreis. Der Dreikönigspreis in Höhe von 600 Euro ging an die Arbeit der Beratungsstelle „Solidarity with women in distress“ (Solwodi, „Solidarität mit Frauen in Not“).

„‚Solwodi‘ nimmt nicht nur die Sorgen und Nöte der Frauen ernst, die sich an sie wenden“, heißt es in der Urkunde. „Die Comboni- Schwestern und die Mitarbeiterinnen kochen, basteln, tanzen mit ihren ‚Schützlingen‘ und bieten Computerkurse an, sie interessieren sich für die Fähigkeiten, die Kultur und den Glauben, den die Frauen mitbringen.“ Seit 2007 leiten die Comboni- Schwestern Mabel Mariotti und Margit Forster die Beratungsstelle in Berlin.

Bei ihrer Dankesrede wollte Forster eigentlich betonen, wie gut sie selbst in Afrika aufgenommen wurde. Und dann musste sie erleben, wie afrikanische Flüchtlinge hier „begrüßt“ werden. Doch sie kam nur bis „Ich war selbst zwölf Jahre in Afrika ...“, dann verschlug es ihr die Sprache. Dieses offensichtliche Zeichen der Rührung honorierte das Publikum mit Applaus.

Berlin ist nicht das Geringste unter den Bistümern

Beifall erntete auch der Diözesanrats- Vorsitzende Wolfgang Klose für seine Rede beim Jahresempfang des Erzbistums und des Diözesanrats. In seiner Ansprache betonte er unter anderem, dass Christen zu oft um sich selbst kreisen – er selbst schließe sich dabei nicht aus. „Wir müssen den Willen zur Gestaltung der Welt aus dem christlichen Geist bestärken“, stellte Klose dieser „Krankheit der geschlossenen Kreise“ entgegen. So bezeichnete Papst Franziskus dieses Phänomen in seiner Ansprache an die römische Kurie.

„Ich bin deshalb froh, dass es seit kurzem eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz gibt, die katholische Präsenz in der Hauptstadt Berlin zu stärken. Denn – um es in Abwandlung eines Bibelwortes zu sagen – Du, Berlin, bist keineswegs das Geringste unter den Bistümern Deutschlands.“