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Feuer auf die Erde werfen

Begegnung im Amtshof des Klosters: Der Märkische Katholikentag zieht die Gläubigen westlich Berlins an. | Fotos: Thomas Marin

Etwa 700 Gottesdienstbesucher verzeichnete auch in diesem Jahr der Märkische Katholikentag in Kloster Lehnin. Propst Franke referierte beim Wallfahrtsvortrag über die Freude an den von Gott geschenkten Charismen.

Die mittelalterliche Klosterkirche des ehemaligen Zisterzienserklosters war komplett gefüllt, als Pfarrer Matthias Patzelt den Berliner Generalvikar begrüßte. Als Vertreter des Erzbischofs feierte Pater Manfred Kollig mit den Katholiken aus der Region westlich Berlins die heilige Messe. Das Motto des Tages, „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen“, bezog der Generalvikar in seiner Predigt auf die Unterscheidung des Apostels Paulus zwischen dem Leben aus dem Fleisch und dem Leben aus dem Geist. Aus dem Geist zu leben, den Gott immer wieder zusage, bedeute vor allem, nicht um sich selbst zu kreisen, sondern offen für den anderen und für die Zukunft mit Gott zu sein.

Die musikalische Gestaltung der heiligen Messe durch die Chorsänger aus dem Dekanat Brandenburg unter der Leitung von Regionalkirchenmusiker Matthias Körner half dabei, sich füreinander zu öffnen. „Das war genau die richtige Mischung aus Chorstücken und den Liedern, die wir so gern singen. Und Modernes war auch dabei“, freute sich Schwester Elisabeth aus dem Wilhelmshorster Konvent der Mägde Mariens.

 

Offenheit füreinander im Klosterhof erfahren

Die Offenheit füreinander konnten die 700 Gottesdienstbesucher anschließend im Amtshof des Klosters erfahren, wo alte Kontakte gepflegt und neue geknüpft werden konnten. Gespräche am Bücherstand der Berliner Buchhandlung Sonnenhaus oder bei Gegrilltem vom Stand der Fazenda brachten die Gläubigen zusammen. Mit „Kapellenmörtel-Dessert“ und anderen Süßigkeiten rundete der Stand des Friesacker Vereins „deo iuvante“ das Angebot ab und half mit dem Erlös gleichzeitig bei der Erhaltung der historischen Rosenkranzkapelle im Havellandstädtchen.

In anderer Weise griff der Potsdamer Propst Arnd Franke die Predigtgedanken auf. Im traditionellen Wallfahrtsvortrag referierte er das pastorale Konzept „Stewardship“, das von der Freude an den von Gott geschenkten Charismen und der Überzeugung lebe, dass Gott alle notwendigen Gaben schon geschenkt habe. Kurzgefasst könne man das Konzept auch als „das Ende des Meckerns“ bezeichnen, sagte er in der vollbesetzten Winterkirche.

Vor der Schlussandacht stand noch die Siegerehrung des Fußballturniers für Kinder und Jugendliche, das bereits zum zehnten Mal stattfand. Olaf Kindler vom Potsdamer Katholischen Sportverein Kniebeuge 98, Initiator des Turniers, überreichte den Wanderpokal einmal mehr an die Mannschaft der Dreifaltigkeitsgemeinde in Brandenburg.