Filippos Fotos von PhilippDas Institut St. Philipp Neri feiert zehnjähriges Bestehen

Die Ausstellung zeigt unter anderem, wie die Stadt Gioia del Colle in den Nächten der Prozession für Philipp Neri erstrahlt. Foto: Filippo Tritto

Nach Philipp Neri ist die Gesellschaft apostolischen Lebens päpstlichen Rechts in Berlin-Gesundbrunnen benannt. Zugleich ist der Heilige auch der Schutzpatron der italienischen Stadt Gioia del Colle. Zum zehnjährigen Bestehen des Instituts Philipp Neri wird beides vereint.

Das Institut zeigt bis zum 16. Juni eine Fotoausstellung mit Bildern von Filippo Tritto. Eigentlich ist der Süditaliener Inhaber einer zwar orientalisch anmutenden, aber dennoch italienischen Eisdiele in der Nähe des Instituts, das genauso heißt wie der Patron seiner Geburtsstadt, der auch sein Namenspatron ist. Bei einem Espresso lernte Tritto Gerald Goesche, den Propst des Instituts Philipp Neri kennen und so kam es zu der Idee, zum zehnjährigen Bestehen des Instituts Fotos auszustellen, die Tritto, ein leidenschaftlicher Fotograf, vom Triumphzug des Heiligen Philipps geschossen hatte. Diese Prozession ist der Höhepunkt des mehrtägigen Festes, mit dem Gioia del Colle den Stadtpatron feiert.

Dabei habe Tritto teilweise „tolle Kontraste“ eingefangen, ist Propst Goesche aufgefallen: „Unter den 39 Bildern zeigt eines einen Bruder, der – mit Verlaub – schon den Tod vor Augen hat und über ihm schweben rosa Katzenluftballons.“ Der Propst hat durchaus einen Blick für Kunst: „Ich habe während meines Studiums mit Lust und schlechtem Gewissen Vorlesungen geschwänzt, um mir Kirchen anzuschauen“, gesteht er mit einem Augenzwinkern. „Doch das hat mir später bei der Doktorarbeit genutzt. Die hatte einen kunsthistorischen Schwerpunkt.“

Auch Philipp Neri selbst soll alles andere als konform gewesen sein. „Der hat auch mal einen missliebigen Akademiker beauftragt, einen Hund auszuführen – was für ein Affront“, erzählt Frater Jan Peterding vom Institut. „Oder er hat sein Messgewand falschrum getragen. Zugleich war er aber Beichtvater von Kardinälen und vom Papst, hat ein Oratorium gegründet und die Sieben-Kirchen- Wallfahrt für Jugendliche eingeführt.“

Nach diesem Heiligen benannte sich das Berliner Institut. Seit es 2004 mit großer Unterstützung Kardinal Ratzingers als Gesellschaft apostolischen Lebens päpstlichen Rechts kanonisch errichtet wurde, versammeln sich in der Graunstraße Priester und Gläubige, um etwas zu tun, was vielen unbegreiflich ist. Sie feiern ihren Glauben auf traditionelle Weise: mit der lateinischen Messe im alten römischen Ritus, mit Weihrauch und dem Katechismus. Diese Tradition verbinden die Seelsorger jedoch mit einer zeitgemäßen Großstadtpastoral. Diese auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinende Mischung scheint aber in die heutige Zeit zu passen, denn die Gemeinde wächst stetig.

Inzwischen betreibt das Institut eine Akademie zur theologischen und philosophischen Ausbildung der eigenen Seminaristen und interessierter Laien. Außerdem feiert ein Priester des Instituts in Trier die lateinische Messe und ist in der Seelsorge tätig, nachdem der dortige Bischof darum bat.