Für den Himmel gemacht

Anfragen an den Glauben stellt Medizintechniker Conrad Neugebauer in „Made for Heaven“. Die Video-Show mit Rock-, Pop- und Soulmusik greift christliche Botschaften in vertrauten Liedern auf.

„Ich will den Leuten durch Songs mit christlichem Hintergrund eine Überraschung bereiten.“ Dieses Ziel hat Conrad Neugebauer erreicht. Der Medizintechniker präsentierte in der Kapelle der Caritas- Klinik Maria Heimsuchung in Pankow die Video-Show „Made for Heaven“ (deutsch: „Für den Himmel gemacht“). Dazu hatte er acht Beispiele aus Rock-, Pop- und Soulmusik ausgewählt. Während die Songs erklangen, projizierte er selbstgedrehte und oft verfremdete Videofilme an die Altarwand. Das Bronzekreuz wurde so von Wolkenformationen oder Sternbewegungen überstrahlt; Übersetzungen ins Deutsche von Tochter Lisa an den Rändern ermöglichten das Verstehen.

Von verborgenen christlichen Botschaften sprach Krankenhausseelsorger Norbert Verse in seiner Einleitung. Er kündigte „vertraute, schöne Lieder“ an und lud zu einem vergnüglichen Nachdenken ein. Das wurde in den folgenden 35 Minuten mit einigen „Ikonen der Pop-Musik“ (Neugebauer) erreicht. Dabei stand selten ein klares Glaubensbekenntnis im Vordergrund, sondern eher ein tastendes Suchen nach Spuren des Göttlichen in der Welt. So lautete der Textanfang des ersten Songs von Rod Stewart „Sailing“ (1975): „Ich sagte, ich segle wieder nach Hause über das Meer. Ich sagte, ich segle in stürmischen Gewässern, um dir nahe zu sein. Ich fliege vorbei an hohen Wolken, um bei dir zu sein und frei zu sein ...“ Ziehende Wolken und brandende Wellen illustrierten dieses tastende Suchen.

 

„Wenn Gott einen Namen hätte …“

Fragen warf auch die Sängerin Joan Osborne auf. Während Menschenmassen über eine Kreuzung hasteten, variierte sie fragend: „Wenn Gott einen Namen hätte, wie würde der wohl lauten? Wenn er ein Gesicht hätte …? Wenn er einer von uns wäre …? ... ein Fremder im Bus auf dem Weg nach Hause?“ Ungewohnte adventliche Fragen, stellvertretend für die Sehnsucht vieler Menschen nach Erfahrung von Göttlichem.

Ein anderer Song verwendete die Metapher „Berg“ für die Annäherung an Gott. Ein Sternenmeer unterstrich den Text: „Das Tal ist so tief und die Berge so hoch. Wenn du Gott sehen willst, musst du auf die andere Seite gehen. Du stehst dort mit deinem Kopf in den Wolken. Versuche nicht zu fliegen; denn du weißt, du kannst nicht mehr herunterkommen.“

Glaubenszweifel sprach aus einem anderen Text: „Würdest du meine Hand halten, wenn ich dich im Himmel träfe? Würdest du mir helfen? Ich werde einen Weg finden in der Nacht und am Tag. Denn ich weiß, ich kann einfach nicht bleiben – hier im Himmel.“ Abperlende Wassertropen auf einem Ahornblatt unterstrichen diese distanzierte Suche nach Gott. Glaubenszuversicht sprach dagegen aus dem vorletzten Song: „Wenn ich meinen Ruhm und mein Glück verlieren würde und heimatlos auf der Straße sein müsste. Und auf dem Grand Central-Bahnhof schlafen müsste, wäre es okay, solange du bei mir bist, solange ich dich habe. Und es ist in Ordnung.“

Mit Applaus bedankte sich das Publikum für die emotionale Reise auf Weihnachten zu mit stimmungsvollen Bildern vom nebenberuflichen Discjockey und wohl einzigen Patientenfunker Berlins.