Geldanlage: Fairer KakaoUrsula Koch aus Berlin sah sich in Ecuador die Wirkungen des Fairen Handels für die Menschen an

Oikocredit ist eine vom Ökumenischen Rat der Kirchen initiierte Genossenschaft zur Entwicklungsfinanzierung. Was die Kredite für die Menschen vor Ort bewirken, davon konnte sich Ursula Koch aus Berlin in Ecuador überzeugen.

„Bei der Kakaoplantage von Victor und Bienvenida Perfecta Guerrero war es besonders schön. Zuerst begrüßten uns Hunde mit Namen wie Regen und Sonne.“ Ursula Kochs Augen beginnen zu leuchten, als die 31-jährige Kundenberaterin bei einer sozialökologischen Bank in Berlin sich an die kleine Kakaoplantage in Ecuador erinnert, die sie auf einer Oikocredit-Studienreise im Mai besuchte. Auf zehn Hektar – das sind etwa 14 Fußballfelder – bauen sie nicht nur den Schokoladengrundstoff an, sondern auch Bananen, Yucca, Orangen, Zitronen und halten einige Hühner. „Das ist ein richtiger Paradiesgarten“, erinnert sich Koch, „und ich habe mich fast darin verlaufen.“ Der ökologische Mischanbau ernährt nicht nur die Familie, sondern er bringt zusätzlich zum Export der Kakaobohnen ein Nebeneinkommen auf dem lokalen Markt.

Erwerbsmöglichkeiten und faire Einkommen schaffen

Das Ehepaar gehört zu den über 900 Mitgliedern des Kakaobauernverbands Unocace im Südwesten Ecuadors. Der Verband kümmert sich um die technische Unterstützung und Weiterbildung der Bauern sowie um die Vermarktung und den Verkauf des hochwertigen Kakaos. Dieser ist bio-zertifiziert und trägt das Siegel des Fairen Handels. Für die Bauern bedeutet dies bessere Arbeitsbedingungen und höhere Einkommen. Die Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit, 1975 vom Ökumenischen Rat der Kirchen initiiert, unterstützt Unocace mit einem Kredit. „Oikocredit ist einer der führenden privaten Entwicklungsfinanziers“, erklärt Ursula Koch. Momentan werden knapp 800 Partnerorganisationen wie Unocace in über 60 Ländern unterstützt. Dabei handelt es sich neben Genossenschaften im Fairen Handel und anderen Landwirtschaftsbetrieben vor allem um sozial verantwortliche Mikrofinanzorganisationen und Produzenten erneuerbarer Energien. Ziel sei vor allem, Erwerbsmöglichkeiten für arme und benachteiligte Menschen zu schaffen und Frauen stärker einzubinden. Aber auch Umwelt- und Artenschutz sei wichtig. „Wer bei Oikocredit Geld anlegt, wirkt mit an einem weltweiten Modell solidarischen Wirtschaftens“, so Koch. Sie selbst ist ehrenamtliches Vorstandsmitglied im Oikocredit Förderkreis Nordost.

Die Leute arbeiten  hart,  aber sie tun es gerne

Die Guerreros sind ein Beispiel dafür, wie der Faire Handel Menschen in Ländern des globalen Südens
helfen kann, sich eine Existenz aufzubauen. „Diese Leute arbeiten sehr hart“, erklärt Ursula Koch, „aber man merkt, dass sie es gerne tun, da sie die Früchte ihrer Arbeit sehen“. Bienvenida und ihr Mann konnten sich über Unocace eine sichere Existenz aufbauen und ihre drei Kinder alle auf gute Schulen schicken. Oikocredit will Unocace beim Bau einer eigenen Fabrik unterstützen, die den Export und regionale Märkte beliefern soll. „Die Genossenschaft möchte nicht mehr nur Rohkakao exportieren, sondern ihn teilweise selber verarbeiten, um die Wertschöpfung vor Ort zu erhöhen“, erklärt Ursula Koch. Die Mehreinnahmen aus dem Fairen Handel helfen bei diesem Meilenstein.

Vortragsangebot an Kirchengemeinden:
Ernährung sichern und Einkommen schaffen. Ursula Koch berichtet von ihrer Oikocredit- Studienreise nach Ecuador.
Kontakt: 030 / 68 05 71 50. Weitere
Infos: www.oikocredit.de