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Gemeinsam in Europa

„No Borders Band“: Jugendliche aus Deutschland, Polen und dem Nahen Osten musizieren gemeinsam. | Foto: Piotr Strojnowski

Mit dem grenzübergreifenden Musikprojekt „No Borders Band“ hat die katholische Schule Bernhardinum in Fürstenwalde den Deutsch-Polnischen Jugendpreis gewonnen.

Der Deutsch-Polnische Jugendpreis 2017-2019 ging an die Katholische Schule Bernhardinum aus Fürstenwalde, die zusammen mit der Schule II Liceum Ogólnokształcące Gorzów Wielkopolski in der Kategorie Schulaustausch ihr Projekt Musik der Begegnung – Musik der Verständigung umgesetzt hatten. In der Kategorie Außerschulischer Austausch ging der Preis an die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein Werftpfuhl und die Stiftung Fundacja Sztukmistrze Lublin für das Projekt Station Diversität im historischen Kontext. Die Projektpartner können sich über jeweils 3000 Euro freuen.

 

Vielfalt, Menschenrechte und Toleranz

Der Deutsch-Polnische Jugendpreis wird alle drei Jahre zu einem anderen Thema ausgelobt. Dieses Mal ging es unter dem Motto „Gemeinsam in Europa. Ein Ziel“ darum, die interessantesten deutsch-polnischen Jugendprojekte, die sich mit Vielfalt, Menschenrechten und Toleranz beschäftigten, auszuzeichnen. Vergeben wird der Preis in zwei Kategorien – Schulaustausch und Außerschulischer Austausch.

Bei dem Projekt Musik der Begegnung – Musik der Verständigung haben musikbegeisterte junge Menschen aus Fürstenwalde und Gorzów Wielkopolski gemeinsam die „No Borders Band“ (deutsch: „Keine-Grenzen- Band“) gegründet, zu der sie auch Musiker aus dem Nahen Osten eingeladen haben. Sie haben eine Tournee durch Schulen und andere Institutionen gemacht und begeisterten bei bisher insgesamt elf Auftritten 2000 Menschen. In begleitenden Workshops arbeiteten die Teilnehmer zum Thema Rassismus und lernten Fluchtgeschichten kennen, auch die ihrer eigenen Bandmitglieder.

Beim Projekt Station Diversität im historischen Kontext trafen sich junge Menschen aus Berlin und Krakau, um über Fragen zu Vielfalt, Diskriminierung und Ausgrenzung zu diskutieren. Sie besuchten die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Majdanek und arbeiteten in Workshops zu Musik, Film, Bühnenbild, Tanz und Malerei. Während der Begegnungen entstand das Lied „Lepiej rozmawiać“ („Lass uns reden“) mit einem dazugehörigen Videoclip und die Video-Performance „Begegnungen“.

„Die Vielfalt, um die es bei dem Wettbewerb ging, spiegelte sich in allen Finalprojekten wieder – in den Teilnehmenden, den Themen, den Arbeitsmethoden und den Formen“, resümierte Stephan Erb, Geschäftsführer des Deutsch-Polnischen Jugendwerks. „An den Begegnungen, Workshops, Diskussionen, Aufführungen und Konzerten nahmen Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Religion, gesellschaftlichem Hintergrund oder Weltanschauung teil, die zudem in unterschiedlichen Sprachen kommunizierten.“

Das Deutsch-Polnische Jugendwerk, Ausrichter des Wettbewerbs um den Deutsch-Polnischen Jugendpreis, ermöglicht die Begegnung und Zusammenarbeit junger Deutscher und Polen. Es finanziert und initiiert deutsch-polnische Jugendbegegnungen und unterstützt sie inhaltlich. Es wurde 1991 von den Regierungen der Bundesrepublik und der Republik Polen gegründet, zeitgleich mit der Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit.