Gottesdienst zur Jahrestagung katholischer Pressesprecher mit Berlins Erzbischof Heiner Koch

Erzbischof Koch überrreicht dem ehemaligen Vorsitzenden Ulrich Lota ein Geschenk. Ganz links im Bild Lotas Nachfolger Stefan Förner (v.l.). Foto: Gunnar Lammert-Türk

„Wir müssen als Kirche Hörhilfe sein.“ So deutete der Berliner Erzbischof Heiner Koch das Evangelium vom reichen Mann und vom armen Lazarus am 25. Februar beim Gottesdienst der Jahrestagung katholischer Pressesprecher in der St. Adalbert- Kirche in Berlin-Mitte.

Im 16. Kapitel des Lukasevangeliums (Verse 19 bis 31) bittet der Reiche Abraham darum, dass er den für sein Elend im Jenseits entschädigten Lazarus zu seinen Brüdern schickt, damit es ihnen nicht ebenso ergeht wie ihm, der nach seinem Tod für seine Hartherzigkeit Qualen erleidet, weil er nicht auf Gottes Weisung gehört hat.

Koch richtete seine Auslegung nicht an die Ortsgemeinde, sondern an katholische Presseleute aus ganz Deutschland – darunter zahlreiche Pressesprecher der Diözesen, katholischer Hilfswerke und Orden –, die an diesem Tag zu ihrem Jahrestreffen zusammen gekommen waren. Das „wir“ meinte also nicht nur die Christen im allgemeinen, die sich während der Fastenzeit neu auf ein „adventliches“ Hören, wie Koch es nannte, ein erwartendes Hören einstimmen, sondern die katholischen Medienvertreter im besonderen.

Das Wort, das Gott immer spreche, müssten auch sie sprechen, betonte Koch und hob hervor: „Ihre Aufgabe ist es, es überraschend zu sagen.“ Zur Veranschaulichung verwies er auf die mit religiösen Themen und Bezügen befassten Beiträge der gerade zu Ende gegangenen Berlinale. Unter Bezug auf die gedeutete Gleichniserzählung benannte er noch eine zweite Aufgabe, die die Medienleute auf originelle Weise wahrnehmen müssten: nämlich auch bei der Reaktion auf das Hören des göttlichen Wortes Hilfestellung zu leisten, also bei der Wandlung im Denken, Reden und Tun, die daraus folgen sollen. So appellierte er: „Helfen wir den Menschen dabei, dass Nachhaltigkeit in ihre Seelen und Herzen kommt.“

Im Anschluss an die Messfeier fanden sich die Medienleute mit Koch in der Suppenküche der Gemeinde zusammen, wo sich der Erzbischof bei Ulrich Lota, der von 2002 an Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der bischöflichen Pressesprecher in der katholischen Kirche war, für seine Arbeit bedankte. Er beglückwünschte seinen Nachfolger, den Pressesprecher des Erzbistums Berlin, Stefan Förner, der an diesem Tag als Nachfolger Lotas gewählt worden war. Vor dem abendlichen Gottesdienst hatten die katholischen Medienvertreter Agenturen und staatliche Medienvertretungen wie dpa und die Bundespressekonferenz aufgesucht, um Kontakte zu pflegen und Kooperationen auszuloten.

Die diesjährige Jahrestagung katholischer Pressesprecher klang in lockerem Austausch bei gutem Essen – bereitgestellt von den für ihre Sozialarbeit in Berlin bekannten Pallottinern der Gemeinde St. Christophorus in Berlin-Neukölln – aus.

Alle fünf Jahre etwa findet die Tagung, die auch dem Austausch der Medienleute untereinander dient, in Berlin statt. Ansonsten wandert sie von Bistum zu Bistum.