Heilige entdecken und selber heilig seinBistumsjugendtage in Zinnowitz: Saints (Heilige) + Adventure (Abenteuer) = „Saintventure“

Foto: Anja Goritzka

350 Jugendliche aus dem ganzen Erzbistum Berlin trafen sich auf der Insel Usedom, um jeder für sich und auch gemeinsam Heilige zu entdecken und selbst heilig zu sein. Dazu luden die Bistumsjugendtage (BJT) unter dem Namen „Saintventure“ ein.

„Wir wollten diesmal unbedingt etwas über Heilige machen“, erzählt Marcel Hoyer, Referent für soziale und politische Bildung beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistums Berlin. Doch wie sollte man diese gerade Jugendlichen näher bringen, gelten die meisten Geschichten doch als verstaubt und surreal? Es sollte aber auch kein Rollenspiel wie beim Bistumsjugendtag 2010 werden, bei dem die Jungen und Mädchen aus Berlin, Brandenburg und Vorpommern die Maschine des Lichts suchen mussten. Diesmal kam der Zufall den Organisatoren zu Hilfe. „Wir lernten den Spieleentwickler Michael Geithner kennen und schnell war die Idee für ein einzigartiges Kartenspiel geboren“, berichtet Marcel Hoyer weiter.

Kartenspiel lädt zur Kommunikation ein

Saints, so der Name des Spiels, bildete vom 26. bis 28. Juni die Basis der Bistumsjugendtage auf dem Gelände der Begegnungsund Familienstätte St. Otto in Zinnowitz auf Usedom. In dem Kartenspiel geht es darum, als Erster ein Quartett aus vier Karten eines Heiligen vor sich in der so genannte Chronik auszulegen. Hierfür erhielt jeder ein Starterset, das im Laufe der Tage durch gegeneinander spielen und tauschen, Aufgaben und Rätsel lösen, einfache Suche auf dem Gelände oder durch Gnadengeschenke verändert und erweitert werden konnte. „Das ist wirklich toll. Ich bin die ganze Zeit beschäftigt und komme durch das Spielen mit anderen Jugendlichen ganz leicht ins Gespräch“, erzählte die 17-jährige Felicia aus Neukölln. Sie nahm zum ersten Mal am Bistumsjugendtag teil, genauso wie der 15-jährige Paulinus aus Reinickendorf: „Das große Ziel, sein eigenes Kartenspiel komplett zu haben, verbindet sehr.“ Mit jeder Aufgabe und jedem Spielen lernten die Teilnehmer Heilige der Kirchengeschichte – von Elisabeth von Thüringen über Ignatius von Loyola bis hin zu Mutter Teresa oder Franz Xaver – kennen. „Die Idee des Jagens und Sammelns funktioniert ganz gut“, bestätigte auch Pastoralreferentin Esther Göbel, die im BDKJ-Dekanatsverband Steglitz-Zehlendorf tätig ist.

Für etwas Entspannung neben den aktiven Aufgaben und dem Kartenspielen sorgte unter anderem das Angebot „Beten mit den Heiligen“. Hier lernten die 15- bis 20-Jährigen, wie verschiedene Heilige zu Gott beteten. So sah Niklaus von Flüe zum Beispiel den Körper als Tempel des Heiligen Geistes und entwickelte eine körperliche Gebetsform, die fast einer Yogaübung gleichkommt.

Wie die Heiligen auch selbst etwas Gutes tun

Nebenbei taten die Teilnehmer auch selber noch etwas Gutes, denn es lag auch immer die Frage in der Luft, wie man selbst heute in unserer Zeit heilig sein könnte: Für jede Karte, die ausgegeben wurde, sammelten die Jugendlichen Spenden für ein soziales Projekt. „Erst am Sonnabend nach dem Geländespiel entschieden sich die Jugendlichen, ob das gesammelte Geld an ein Bildungsprojekt in Bethlehem, ein Soforthilfeprojekt der Sternsinger für Nepal oder an ein Bistumsprojekt, welches Jugendlichen aus Kotido in Uganda die Fahrt zum Weltjugendtag 2016 ermöglicht, geht“, so Hoyer.

Beim Geländespiel, zu dem der heilige Otto von Bamberg einlud, mussten die unterschiedlichen Gruppen verschiedene Aufgaben lösen, um sich Nuggets zu sichern, mit denen sich dann für ein Projekt entschieden wurde. Die Teilnehmer entschieden sich am Ende für die Nepal-Soforthilfe der Sternsinger.