Himmelsstück und KulleraugenErzbistum Berlin auf dem Kirchentag

Foto: Walter Wetzler

Das Angebot des Erzbistums beim Evangelischen Kirchentag wurde gut angenommen. Es reichte von Gebet über Ruhepausen und Gaumenfreuden bis hin zu ganz besonderen Erinnerungsstücken.

„Wir stehen im Auftrag Christi zu unserer gemeinsamen Sendung in diese unsere Gesellschaft hinein. Wir stärken und ermutigen uns. Und wir feiern zusammen!“ Die Worte, die Erzbischof Heiner Koch in seinem Grußwort zur Eröffnung des Kirchentags gefunden hatte, standen programmatisch auch für die Beteiligung der katholischen Kirche an dem evangelischen Glaubensfest. Nicht nur der Erzbischof war präsent – beim Eröffnungsgottesdienst, in einer gemeinsamen Bibelarbeit mit dem evangelischen Bischof Markus Dröge und bei zahlreichen weiteren Veranstaltungen –, sondern auch zahllose katholische Berliner und Potsdamer Gemeinden, Initiativen und Gemeinschaften beteiligten sich und hießen die Gäste willkommen.

Eucharistische Anbetung und abends die Komplet

Das Erzbistum hatte neben dem Ausflugsdampfer, der Stadtführungen auf der Spree anbot, auch ein buntes Programm rund um die Kathedrale auf die Beine gestellt. In St. Hedwig wurde das normale geistliche Angebot mit heiligen Messen, MittagsMusikMeditation und Eucharistischer Anbetung ergänzt um zusätzliche Konzerte und die abendliche Komplet.

Der Vorraum der Kathedrale schmückte sich mit einer neuen Ausstellung – wenn auch in zweiter Verwertung: Einige der Informationstafeln des Bauzauns an der Staatsoper sind ins Innere gewandert und informierten nun die Besucher über Kathedrale, Erzbistum und Gläubige. Zu einem besonderen Einsatz kam die Tafel mit dem Abbild der Kuppel: Sie wurde in postkartengroße Teile zersägt und als „ein Stück vom Himmel“ gegen eine Spende für den Umbau der Kathedrale abgegeben. „Unser Signal ist: Die Baustelle rückt näher“, erklärte der Sprecher des Erzbistums, Stefan Förner. Natürlich könne man bemängeln, dass die Tafeln, die jahrelang der Witterung ausgesetzt waren, nicht mehr schön aussehen. „Aber das entspricht ja auch dem Zustand der Kathedrale“, sagte Förner, „und darauf wollen wir aufmerksam machen.“ Insgesamt sei die Aktion sehr gut angenommen worden.

Pommes tricolore und Spinat mit Datteln

Hinter der Kathedrale lockte indessen eine wahre Oase: Liegestühle und Sonnenschirme in freundlichem Gelb luden zum Atemholen ein, kleine und große Besucher stanzten sich ihren kulleräugigen runden Kirchentags-Anstecker zur Musik verschiedener Bands, die von der Bühne herüberschallte. Und immer wieder war auch der Ausruf: „Die sind ja lecker“ zu hören, wenn Hungrige am Internationalen Imbiss von Pallotti Mobil „Pommes tricolore“ bestellt hatten und zwischen den bekannten Kartoffelstäben auch liebliche Süßkartoffeln und den etwas herberen Maniok fanden. Die Wraps, also in Teigfladen „eingepackte“ Füllungen, die Spinat mit Datteln und Salat mit Mango kombinierten, kamen ebenso gut an wie die klassische Thüringer Bratwurst im Brötchen.

Buntes Treiben erfüllte auch das Kathedralforum: „Ich wollte gerade einen Kaffee trinken, aber ich komme nicht dazu“, sagte eine ehrenamtliche Mitarbeiterin und zwinkerte dabei vergnügt. Dabei löste der neu gestaltete Gesprächsraum ebenso positive Reaktionen aus wie die Ausstellung „Vielfalt und Kontraste. Gesichter und Geschichte, Kirchen und Kunst im Erzbistum Berlin“, die vor allem durch die brillanten, großformatigen Fotografien von Kirchen aus dem gesamten Gebiet der Diözese, aber auch durch Details wie Zitate auf den Querstreben des Foyers besticht. Sie ist zu den Öffnungszeiten des Kathedralforums noch bis zum 28. Juni zu sehen.

Zufrieden zeigte sich der Ökumenebeauftragte des Erzbistums, Hans-Joachim Ditz: „Besser hätte es kaum laufen können“, kommentierte er den Besucherzustrom. So sei es ein gelungenes gemeinsames Feiern mit den evangelischen Christen.