„Ich bin bereit, für ihn zu sterben!“

Ludger Stühlmeyer aus der Pfarrei Bernhard Lichtenberg im oberfränkischen Hof hat eine Vesper in Erinnerung an den seligen Berliner Dompropst komponiert. 

Die jüngst im Münchener Michaelsbund erschienene Publikation „Gerechter unter den Völkern“ ist sowohl eine biographische Aufarbeitung des Lebens und Wirkens Bernhard Lichtenbergs, als auch eine eigens zu Ehren des Seligen komponierte Gemeinde-Vesper. Am Anfang der Veröffentlichung steht ein Geleitwort des Apostolischen Nuntius Erzbischof Nikola Eterović, der das Leben des Seligen zwischen Altem und Neuem Testament verortet. Am Ende des Buches finden sich mehrere Zitate Lichtenbergs.

Zwischen Berlin und der im Erzbistum Bamberg gelegenen Stadt Hof besteht eine besondere Verbindung: Als Dompropst Lichtenberg 1943 von Berlin nach Dachau deportiert wurde, starb er am 5. November in Hof.

Weiß man um das Elternhaus und die Charaktereigenschaften des 1875 im niederschlesischen Ohlau Geborenen, dann erstaunt es kaum, dass die Nationalsozialisten an ihm Anstoß nahmen: Aufgewachsen in einer Familie, in der der katholische Glaube gelebt wurde, war schon früh das außerordentliche rhetorische Talent Bernhard Lichtenbergs erkennbar, das er als Verkünder des Wortes Gottes und als Ankläger der Ungerechtigkeit seiner Zeit nutzen sollte. In seiner Primizpredigt sagte er unter anderem: „Ein Priester bleibt ein Priester und wäre er in Ketten und in Banden.“

Dies sollte sich mit Blick auf seine Biographie, die Ludger Stühlmeyer pointiert erzählt, als prophetisches Erbe erweisen. Offenbar wusste Lichtenberg, dass die Zeit für „Gemeinden zum Anfassen“, so der Biograph, gekommen sei, denn wo er wirkte, wollte er Kirchen als Heimat und Zufluchtsort errichten.

Die Vesper folgt dem klassischen Schema des kirchlichen Abendlobes. Besonders auf den Hymnus und das Schlusslied sei verwiesen, deren aussagestarke Texte der Bamberger Prälat Alois Albrecht verfasst und die von Ludger Stühlmeyer vertont wurden. Vor allem das Schlusslied stellt einen Lobpreis auf das Glaubenszeugnis Bernhard Lichtenbergs dar.

Die vorliegende Vesper, ein gelungenes und überzeugendes Opus, möge in Berlin und Hof, aber auch in vielen anderen Kirchen des Landes als Mahnung einer dunklen Zeit und strahlendes Zeugnis des Glaubens an den Gekreuzigten erklingen und gebetet werden.

Ludger Stühlmeyer, Gerechter unter den Völkern. Vesper zu Ehren des seligen Bernhard Lichtenberg, Verlag Sankt Michaelsbund, München 2017, ISBN 978-3-943135- 90-9, 5,95 Euro