Ideen zum Pastoralen Prozess Pater Thomas Grießbach und Helmut Jansen über „Wo Glauben Raum gewinnt“

Wird alles anders? Das fragen sich viele Katholiken des Erzbistums Berlin mit Blick auf den pastoralen Prozess „Wo Glauben Raum gewinnt“. Vor allem, weil der Initiator der Reform, der ehemalige Berliner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki nach Köln wechselte.

Pragmatik über Glauben gestellt

In Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde Maria Frieden in Berlin-Mariendorf hat die Berliner Ortsgemeinschaft des Bundesverbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) eingeladen, den Erneuerungsprozess besonders unter zwei Aspekten zu diskutieren: Wie geht der pastorale Raum mit nach innen gerichteten Konflikten im Prozessverlauf um? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es nach Außen – zu Schulen, zu Krankenhäusern, zur Politik und so weiter?
Als Referenten und Impulsgeber sprach P. Thomas Grießbach OP über „Konflikte und Chancen im Prozess ‚Wo Glauben Raum gewinnt‘“. Dabei kritisierte der Pater, der auch als freiberuflicher Trainer, Coach und Wirtschaftsmediator in Politik, Wohlfahrtspflege, Kirche und Wirtschaft arbeitet, dass viele Kritiker ihre Pragmatik über ihren Glauben stellten. „Sie wollen nicht in andere Kirchen fahren, weil ihr Kirchendach gerade neu ist. Dabei kommt es doch auf den Gottesdienst an und nicht darauf, in welcher Kirche er stattfindet.“
Ein weiterer Kritikpunkt war, dass nicht genug für die Jugendlichen getan werde. Hier setzt der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Berlin an. In Zusammenhang mit dem pastoralen Prozess „Wo Glauben Raum gewinnt“ sollen sich Jugendliche engagieren, um gemeinde- und dekanatsübergreifende Ideen umzusetzen. Bei dem Pitch sollen sich Jugendliche gemeinsam mit Hauptamtlichen Projekte überlegen, damit sich Jugendliche besser in das Bistum integriert fühlen.

 „Wetten, dass...?“ mit Legomännchen

 Begonnen hat alles vor ein paar Monaten mit der Wette von Helmut Jansen, dem Geistlichen Leiter im BDKJ Berlin, der in einem Internet-Video aus lauter Lego-Männchen dazu aufrief, 20 Hauptamtliche zu finden, die neue Glaubensprojekte Jugendlicher in der Anfangsphase begleiten. Er wettete, gegen die Jugendseelsorgekonferenz, dass die Teilnehmer dies nicht schafften. Jansen hoffte, dass er verliere, denn dann wollte er 20 000 Euro Startkapital auftreiben.
Genügend Startkapital, Mitarbeiter und Jugendliche hat er fast zusammen. Bei einem Project Pitch sollen dafür jetzt in Kreativ- Workshops Ideen gefunden und zu den Ideen Jugendliche und Mitarbeiter aus möglichst unterschiedlichen Ecken des Bistums gefunden werden.

Am 27. September startet der
Project Pitch um 11 Uhr in der
Aula der Katholischen Hochschule
für Sozialwesen Berlin,
Köpenicker Allee 39-57 in Berlin-
Karlshorst.