„In meinem Boot ist Jesus dabei“

Foto: Cornelia Klaebe

Familien mit Erstkommunionkindern erleben gemeinsamen Tag in St. Ludwig

Berlin. Beim Familientag mit den Erstkommunionkindern ging es zunächst um den Sturm auf dem See. Im Anschluss lockten viele Workshops, die alle etwas mit der Erstkommunion zu tun hatten. „Wisst Ihr, welchen Beruf ich habe?“, fragt Erzbischof Heiner Koch in die rappelvolle Kirche St. Ludwig in Wilmersdorf hinein. Einige Finger gehen direkt in die Höhe: „Bischof!“ Die Erstkommunionkinder wissen Bescheid. Zwischen ihnen sitzen ihre Eltern oder Großeltern und große und kleine Geschwister. In den Gängen stehen Kinderwagen und weitere Familien. Es ist der Familientag mit den Erstkommunionkindern, der an diesem Samstagnachmittag mit einer Familienmesse beginnt, und die Frage eröffnet die Predigt.

Kennzeichen: die kleine und die große Mütze

Auch die nächste Frage ist keine Schwierigkeit für die Kinder, die sich überall im Erzbistum auf das Sakrament der Kommunion vorbereiten: „Woran erkennt man, dass
ich Bischof bin?“ – „An der Mütze!“– „Richtig, ich habe eine kleine und eine große Mütze“, antwortet Koch
und präsentiert außer dem violetten Pileolus auch noch die Mitra. So fragt er sich durch alle Insignien,
bis er am Ende den Stab mit den Kindern genau betrachtet und sie dafür zu sich holt. Das Schiff in der Krümmung nimmt er zum Anlass, die Geschichte vom Sturm auf dem See noch einmal genauer zu behandeln, die im Evangelium dran war. Er lässt die Kinder die Hände zu einem Boot formen und gibt ihnen mit, dass in ihrem Boot Jesus immer dabei ist. Daran sollen sie denken, wenn sie beten. „Cool“ fand er den Gottesdienst mit dem Erzbischof, sagt Nicolas aus St. Annen in Berlin-Lichterfelde später. Er durfte einen Kyrie-Ruf vortragen, das war für die ganze Familie Motivation zu kommen. „Es war ein schöner
Gottesdienst“, findet auch Mutter Silke Beyer und der Bischof sei sehr sympathisch gewesen. Die Familie schützt sich im Zelt im Hof der Grundschule St. Ludwig vor dem Regen und genießt an Bierzeltgarnituren eine Stärkung. In den Räumen der Grundschule drängen sich derweil Kinder und Erwachsene, schauen zu, wie Schwester Mirjam aus dem Karmel Kommunionkerzen verziert und lassen sich die Hostienbäckerei
der Alexanderdorfer Schwestern erklären. „Ich durfte auch eine ausstechen“, freut sich Alma aus St. Elisabeth, Königs Wusterhausen. Auch, dass der Erzbischof im Gotteslob unterschrieben hat, dass ihre Eltern als Geschenk für den Erstkommuniontag erstanden haben, freut die Kleine sichtlich. Erzbischof Koch seinerseits ist bewegt von den vielen Familien: „Ich arbeite gerade für die Bischofskonferenz an einem Wort über Ehe und Familie. Wenn ich das hier sehe, weiß ich, wofür ich das mache.“

Rosenkränze, Engel und der Namenstag

In der Turnhalle werden derweil Buttons gestanzt und Rosenkränze geknüpft, Engel gebastelt und der eigene Namenstag im Kalender markiert. Die Kinder sind zufrieden mit dem Angebot, die Eltern ebenfalls. Im Obergeschoss an zwei langen Tischen sitzen Kinder und gestalten konzentriert ihre
eigenen Kerzen mit christlichen Symbolen. Drüben in der Kirche beginnt eine Führung mit Melanie Streibelt und Handpuppe „Päckchen“, die den Teilnehmern erst einmal erklärt, dass sie sonst in der Kathedrale Besucher empfängt. Im Hintergrund werden schon für den Abschluss Zettel ausgelegt: Lieder zum Zuhören und Mitmachen.