Jugend sucht die heilige Stadt

Foto: Anja Goritzka

Kein einfaches Thema hatten sich die Organisatoren des Bistumsjugendtags in Zinnowitz ausgesucht: Die Offenbarung des Johannes begleitete die jungen Leute am vergangenen Wochenende mit Engagement, Rätseln und Spaß.

Rund 230 Jugendliche aus Brandenburg, Berlin und Vorpommern zog es vom 7. bis 9. Juli auf die Insel. Jeder Programmblock an den Tagen, die unter dem Motto „Restart – Wieder Lebendig“ standen, hatte dabei einen anderen Blick auf das letzte Buch des Neuen Testamentes. „So sperrig, gruselig und angsteinflößend die Offenbarung des Johannes auch ist, wollten wir doch schauen, was Jugendliche heute daraus mitnehmen können“, erklärte BDKJ-Referent Marcel Hoyer am Rande des diesjährigen Bistumsjugendtags in der Familienferienstätte St. Otto in Zinnowitz auf Usedom.

Am Freitagabend hieß es erst einmal: „Wahrnehmung – Ich bin da“. Die Jugendlichen wurden in sieben „Gemeinden“ aufgeteilt, die nun gemeinsam über das Wochenende hinweg Aufgaben lösen mussten. Hierzu konnten sie sich am Sonnabendvormittag in unterschiedlichen Angeboten gemeinsam engagieren: Sei es bei einem Erstwahlworkshop, bei einem Angebot zum Thema Alltagsdiskriminierung oder bei der Umsetzung von Upcycling-Ideen. Die 19-jährige Sophie entschied sich hingegen für ein Angebot der Franziskanerinnen von Siessen. Schwester Klara Arnolds schnitzte mit den Jugendlichen ein Tau-Kreuz und stand zu allen Fragen rund um ihr Leben als Ordensfrau Rede und Antwort.

„Das war total meditativ. Wir saßen zusammen und konnten zuhören“, meinte Sophie, und Elisabeth aus Hohenschönhausen ergänzte: „Es kommt nicht so oft vor, dass man mit einer Nonne so offen reden kann. Das war cool!“ Die 17-jährige Anna informierte sich indes über die Möglichkeiten eines Auslandjahres. „Ich habe da auch neue Aspekte kennengelernt. Die Option Missionar auf Zeit kannte ich noch gar nicht“, erzählte sie, bevor sie zu ihrem Dienst in der Malteser Jugend des Erzbistums Berlin ging. Die war bewährter Helfer bei kleinen oder größeren Vorkommnissen. Nach dem entspannt-informativen Sonnabendvormittag unter dem Motto „Läuterung – gemeinsam engagiert“ wurde es am Nachmittag mit „Herausforderung – Gefahren überwinden“ kniffliger.

Denn die Teilnehmer der „sieben Gemeinden“ mussten Rätsel quer durch den Wald lösen, um schließlich am Strand das verborgene Jerusalem zu finden. Wichtig hierbei: Die Kooperation der einzelnen Gruppen miteinander, denn nur gemeinsam kamen die 14- bis 21-Jährigen zu den Lösungen der „sieben Schalen der Offenbarung“. Dass dies nicht einfach war, zeigt die Rätselstation am Amphitheater. Hier galt es innerhalb von 25 Minuten fünf Rätsel zu lösen.

Eine Hausknobelei, bei denen die Jugendlichen mit Hilfe von Hinweisen Vereine des BDKJ zu Staatsfahnen, Getränken und Häusern zuordnen mussten, trieb so manchen in die Resignation. Doch gemeinsam konnte dies nach fast 40 Minuten gelöst werden. Leichter wurde es dennoch nicht, denn an der zweiten Station hieß es, den richtigen Pfad durch ein Labyrinth zu finden. Dabei mussten Fragen wie: „Wann fand der erste Bistumsjugendtag in St. Otto statt?“ Oder: „Wann entstand die Offenbarung des Johannes?“ beantwortet werden.

Kugeln im Moos und Jerusalem am Strand

Erst im Wald wurde es einfacher, als die Teilnehmer 49 Kugeln im Moosboden versteckt suchen mussten. Die Antwort auf die Hinweise, die in den Kugeln versteckt waren, ergab dann das Lösungswort, um an den Strand zu gelangen, an dem im Sand gemeinsam nach der Stadt Jerusalem gegraben wurde. Anschließend vergnügten sich alle unter dem Motto „Erneuerung – gemeinschaftlich feiern“ und beendeten
den Bistumsjugendtag am Sonntag zusammen mit Generalvikar Pater Manfred Kollig mit einer
Heiligen Messe unter dem Motto „Hoffnung – Gott ist bei uns“.