Kirche als Arbeitsplatz kennenlernen

Martin Diener wirbt für eine Ausstellung mit Madonnenbildern. Foto: InVIa

Mit dem „FSJ pastoral“ hat das Erzbistum Berlin im vergangenen Jahr die Möglichkeit geschaffen, ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Seelsorge zu leisten. Martin Diener kommt in der Tourismuspastoral zum Einsatz.

Junge Menschen können in Berufe der Kirche hineinschnuppern und bereichern dabei die Arbeit in Gemeinden und Orten kirchlichen Lebens – das ist die Idee des FSJ pastoral. Martin Diener von der Insel Rügen fand sie für seine aktuelle Lebensphase stimmig. Schon während seiner Tischlerlehre hatte er sich ehrenamtlich in der Gemeinde engagiert. „Dann war da dieses Berufungsgefühl“, erinnert er sich. „Soll ich mich hauptberuflich in der Kirche engagieren? Als Gemeindereferent oder als Priester?“, fragte er sich. Nach Gesprächen mit Pfarrer Johannes Schaan und einer Gemeindereferentin war klar: Ein FSJ pastoral könnte einen Überblick über die Aufgaben in der Gemeinde bieten. An der Küste trifft er Menschen in unterschiedlichen kirchlichen Einsatzfeldern: Jugendseelsorge, Bibelpastoral, Gemeindereferenten. Martin Dieners Aufgabengebiet seit August ist ebenfalls vielfältig. Sieben Monate arbeitet er in der Tourismuspastoral, weitere fünf Monate in einer Kita. Derzeit betreut er die offene Kirche in Sellin und die Tagespilgertour Stralsund. Gelegentlich leitet er Radpilgertouren oder eine Kirchen-Inseltour. So kommt er mit vielen Touristen zu Glaubensthemen ins Gespräch.

Eine weitere FSJlerin ist seit Oktober in St. Clara in Berlin-Neukölln im Einsatz. Im vergangenen Jahr gab es drei Absolventen, darunter Jonathan Mertka in der Herz-Jesu-Gemeinde Prenzlauer Berg. Bei einer Werbeveranstaltung erfuhr er von dem Angebot, schon kurz darauf hatte er ein Bewerbungsgespräch in Herz Jesu. Jugendarbeit sollte sein Schwerpunkt sein. Die kannte er bereits aus seiner Heimatgemeinde. Unter anderem hatte er zehnmal an Religiösen Kinderwochen teilgenommen. Durch Corona kam dann vieles anders als geplant: keine Fahrten, keine Kurse. Er konnte eine digitale Teeniegruppe anbieten und zwei Kommuniongruppen begleiten. Trotz der Einschränkungen hat Jonathan Mertka viele Facetten des Pastoralen Raums kennengelernt: Pastoralteamtreffen, Gottesdienst- Streamings, Videoclips der Pfarrgemeinderats-Kandidaten, schließlich dann doch auch eine Jugend- und eine Taizéfahrt.

Auch wenn er als Wirtschaftsingenieur künftig nicht in der Kirche arbeiten möchte, nimmt Jonathan Mertka wertvolle Erfahrungen mit, „zum Beispiel Beziehungen aufbauen oder Treffen organisieren und moderieren.“

Träger des FSJ pastoral ist der Verband IN VIA. Hier können Interessenten sich für das laufende Jahr oder den kommenden Herbst bewerben: fsj(ät)invia-berlin.de, www.invia-berlin.de