Liebe mit i-TüpfelchenIm Wonnemonat Mai startet wieder der „kathklub“, eine Singleparty für Katholiken

Foto: kathklub

Trotz der Größe ist es in der Hauptstadt für gläubige Katholiken kaum möglich, jemanden für eine dauerhafte Beziehung zu finden, der genauso im Glauben lebt. Carlo Murru kannte das Problem sehr gut und beschloss deswegen 2011, den „kathklub“ zu gründen. Der „kathklub“ ist eine Mischung aus Disko und privater Party bei der katholische Singles einander kennenlernen können. Dafür gibt es vor jeder Party sogar den Segen eines Geistlichen.

Carlo Murru, welche Musikrichtungen und -stile legen Sie beim „kathklub“ auf?

Pop und Rock – „kathklub“ ist eine Party, da wird auch getanzt.

Wie verhindern Sie, dass die Gäste nur am Rand der Tanzfläche stehen und über die anderen lästern, weil sie nur gelangweilt am Rand der Tanzfläche stehen?

Am Einlass erhält jeder einen Zettel, ein Spielformular mit Fragen für ein Kennenlernspiel, die man seinem Gegenüber im Gespräch stellen kann. Die Antworten kann man auf dem Formular festhalten. Felder zu den Kontaktdaten sind darauf auch vorhanden. Jeder kann entscheiden, ob man mitmachen will oder nicht. Auch die formulierten Fragen sind nicht verpflichtend. Wichtig ist, dass man miteinander ins Gespräch kommt. Das Formular dient letztendlich als Gedankenstütze und Ergebnispapier, mit wem man sich unterhalten hat. Pflicht bei dem Ganzen ist aber, nach zehn Minuten den Gesprächspartner zu wechseln, damit man sich nicht „festkrallt“, sondern möglichst viele Leute kennenlernt.

Ihnen ist vor der Gründung schon aufgefallen, dass viele Singles nur in ihrer eigenen Gemeinde nach einem Partner suchen, auch, weil kaum jemand seine Nachbargemeinde kennt. Haben Sie bis jetzt ausschließlich Menschen oder auch schon – quasi als Beifang – Gemeinden zusammengeführt?

Der „kathklub“ ist ausschließlich eine Singleparty. Im übertragenden Sinne unterstützt er aber in gewisser Weise auch die Gemeindezusammenführung, weil sich beim „kathklub“ Menschen aus verschieden Gemeinden endlich auch einmal begegnen und – wenn es gut läuft – sogar in die Messen der neuen Bekanntschaft gehen und diese ebenso kennenlernen. Es kommt aber auch vor, dass sich zwei sympathisch sind und dann feststellen, dass sie aus derselben Gemeinde sind, sich aber noch nie gesehen haben (zum Beispiel weil sie grundsätzlich zu verschiedenen Zeiten zur Messe gehen). Im Grunde lernen sie im „kathklub“ die eigene Gemeinde besser kennen. Ich würde das „gemeindeinterne Zusammenführung“ nennen. Das ist meines Erachtens ein ganz wichtiger Aspekt. „Interessant“ wird es aber auch, wenn Gäste anfangen, sich zu „verstecken“, weil sie Menschen aus der eigenen Gemeinde entdecken und es ihnen peinlich wird. Dies kann aber auch ein Aha-Erlebnis werden, weil sie gar nicht wussten, dass der andere Single ist – und plötzlich können Sympathien entstehen.

Wieso führt „kathklub“ eher zu einer auf Dauer basierenden Beziehung als christliche Singlebörsen (im Internet)?

Weil die Gäste es hier von vornherein mit „echten“ Menschen zu tun haben, die man auch so erlebt, wie sie tatsächlich sind. Das spart Zeit, Nerven, Enttäuschung und nimmt vorab viele Hürden. Das Internet bietet zweifelsohne tolle Möglichkeiten, aber man sich nie sicher sein, wer am anderen Ende sitzt. Beim „kathklub“ kann man nicht wirklich schummeln oder etwas vortäuschen.

Warum darf man erst mit 21 Jahren teilnehmen?

„kathklub“ ist eine Erwachsenenveranstaltung. Für Jugendliche gibt es andere Angebote. Daher ist Volljährigkeit Voraussetzung. 18 Jahre schien mir bei der Konzeption dennoch zu jung, daher das Mindestalter von 21 Jahren. Das Durchschnittsalter hat sich mit der Zeit bei Mitte 30 eingependelt, und das ist meines Erachtens sehr gut, da es dann auch um ernsthafte Absichten geht. In der Regel suchen die Menschen hier ihre große Ehe-Chance, da sie fast 40 oder älter sind, beziehungsweise ihr zweites Glück, weil sie geschieden sind oder der Partner verstorben ist.

Haben Sie inzwischen eine katholische Frau kennengelernt?

Ja, und zwar in einer nicht-christlichen Partnerbörse im Internet und bevor ich den ersten „kathklub“ veranstaltet hatte. Tja, bei mir lief es ganz anders, als ich mir zurechtgelegt hatte, da ich den „kathklub“ als Mittel zum (Eigen-) Zweck entwickelt hatte: Ich lernte meine Frau ungefähr ein Dreivierteljahr vor dem allerersten „kathklub“ kennen. Aber ich war mit dem Projekt bereits so weit in der Konzeption, dass ich das Angebot selbstverständlich umsetzten wollte, da ich es für eine gute Idee hielt und auch weiterhin halte. Meine Frau unterstützt mich dabei mit 100 Prozent.

Warum war es Ihnen so wichtig, dass die Frau fürs Leben katholisch ist?

Wichtig war mir zunächst, dass sie christlich ist, damit wir viele wichtige Lebensgrundlagen miteinander teilen, was mir sehr wichtig ist. Ob sie nun beispielsweise orthodox oder evangelisch ist, wäre nicht wirklich ausschlaggebend – katholisch ist dann nur noch das i-Tüpfelchen. Bei mir hat es geklappt.