Mit dem Schiff beim Kirchentag Reformationsgedenken war Thema der Vollversammlung des Diözesanrates

Foto: Hr. Bitter

Berlin (mh). Das ökumenische Miteinander im Jahr des Reformationsgedenkens war ein Thema der Herbstvollversammlung des Diözesanrates. Dabei ging es auch um die Mitwirkung am Evangelischen

Kirchentag im Mai in Berlin. Wenn vom 24. bis 28. Mai in Berlin der Evangelische Kirchentag stattfindet,
dann werden auch viele katholische Christen aus dem Erzbistum dabei sein – als Teilnehmer, aber auch als Helfer und Mitwirkende. Der Diözesanrat informierte sich jetzt über den Stand der Vorbereitungen. Das Erzbistum wird beispielsweise zu spirituellen Angeboten in der Kathedrale und zu einer Ruhezone einladen. Highlight aber soll – so der Ökumenereferent des Erzbistums, Hans-Joachim Ditz – ein gechartertes Schiff werden, das tagsüber zu kirchengeschichtlichen Touren auf der Spree unterwegs ist und abends als „Salonschiff“ zu kulturellen Angeboten einlädt.

„Bieten Sie Ihre Unterstützung an!“

Darüber hinaus hoffen die Veranstalter des Kirchentages auf vielfältige Unterstützung der Katholiken in Berlin. Erzbischof Heiner Koch hatte dazu bereits im Mai in einem Brief eingeladen: „Gehen Sie auf Ihre evangelischen Nachbargemeinden zu. Bieten Sie Ihre Unterstützung an in den verschiedenen Bereichen.“ Nach den Worten von Kirchentags-Geschäftsführer Carsten Kranz reichen die Möglichkeiten von der
Beteiligung am Abend der Begegnung, über die Bereitstellung von Privatquartieren und die Mithilfe in den Gemeinschaftsunterkünften bis zur Mitwirkung am Feierabendmahl, den Gute-Nacht-Cafés oder den Tagzeitgebeten. Nähere Informationen, auch über die zum Teil baldigen Anmeldeschlüsse, gibt es auf der Homepage des Kirchentages im Internet www.kirchentag.de Der Kirchentag, zu dem über 180 000 Dauerteilnehmer und Tagesgäste erwartet werden, ist einer der regionalen Höhepunkte im Rahmen des Reformationsgedenkens. Der Abschlussgottesdienst wird deshalb auch in Wittenberg stattfinden.

Im Laufe des Jahres sind weitere ökumenische Veranstaltungen in Berlin geplant, wie Ökumenereferent Ditz weiter mitteilte. So wird es am 30. März in der evangelischen St. Marienkirche beim Alexanderplatz einen ökumenischen Gottesdienst mit Erzbischof Koch und Landesbischof Markus Dröge geben, in dessen
Mittelpunkt die Versöhnung der Kirchen steht angesichts der Wunden, die sie sich im Laufe der
Geschichte zugefügt haben. Für den 9. Mai hat Erzbischof Koch seinen evangelischen Kollegen in die Katherdale eingeladen. Beide werden dann Passagen aus derneuen Übersetzung der Luther-Bibel lesen.

„So nahe, wie seit 500 Jahren nicht mehr“

Das Reformationsgedenken gemeinsam zu begehen, dafür sprach sich vor dem Diözesanrat die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, aus. Im Gegensatz zu früheren Jubelfeiern in großer Distanz, gebe es diesmal keinen Grund, das Trennende in den Vordergrund zu rücken. Das Reformationsgedenken könne ein neuer Anfang werden, „denn wir gehen gemeinsam auf Gottsuche“. Noch ganz unter dem Eindruck der gemeinsamen Israel-Reise von EKD und Bischofskonferenz sagte Schwaetzer: „Wir sind uns so nahe wie seit 500 Jahren nicht mehr.“ Ein weiteres Thema, mit dem sich der Diözesanrat auf seiner Vollversammlung beschäftigte, waren Fragen der Religionsfreiheit weltweit und in Deutschland.