Reingelesen

Mit Freude nach Lourdes

Der Malteser Lourdes-Krankendienst begleitet und pflegt Kranke und Schwerbehinderte auf der Reise nach Lourdes und während ihres Aufenthaltes im Wallfahrtsort. | Foto: Malteser Hilfsdienst

Prinz Ferdinand von Hohenzollern begleitet für die Malteser ehrenamtlich Kranke und Behinderte auf ihren Reisen nach Lourdes. Was den Wallfahrtsort so besonders macht, warum die Pilgerfahrten auch für die Helfer ein Erlebnis sind und ob wirklich Wunder in Lourdes geschehen, erzählt er im Interview.

Seit 25 Jahren begleiten Sie für die Malteser die Lourdes-Pilgerfahrten. Wie kam es zu Ihrem Engagement?

Das Engagement für die Malteser hat in unserer Familie Tradition. Mein Vater war 20 Jahre lang Malteserpräsident. Als mein Bruder mich als Jugendlicher fragte, ob ich auf eine Pilgerreise nach Lourdes mitkommen möchte, bin ich zunächst widerwillig mitgefahren. Doch ein Jahr später, als ich erneut mitfuhr, hatte ich ein Schlüsselerlebnis, das mich tief geprägt hat. Seither lässt Lourdes mich nicht mehr los.

Was macht Lourdes so besonders?

Viele denken, Lourdes sei nur etwas für alte Leute. Doch das ist nicht so. Lourdes macht was mit den Menschen, das erlebe ich auf unseren Fahrten immer wieder. An diesem Ort ist Gott gegenwärtig. Man muss an diesen Ort hinfahren, um das zu verstehen.

Geschehen wirklich Wunder in Lourdes?

Die Zahl der kirchlich anerkannten Wunderheilungen liegt bei 70. Ich selbst habe Wunder im medizinischen Sinn noch nicht erlebt. Aber ich habe kleine Wunder gesehen: Menschen, die verzweifelt und wortlos nach Lourdes kamen und dort begannen, zu reden und wieder fröhlich waren. Kranke, die im Rollstuhl saßen, hatten plötzlich die Kraft kurz aufzustehen. Von solchen Erlebnissen fühlen auch wir Helfer uns vom Herrn beschenkt und kehren zurück wie auf einer Wolke.

Was hat sich seit den ersten Wallfahrten der Malteser bis heute verändert?

Insgesamt lässt sich beobachten, dass nicht nur Menschen mit einem für andere sichtbaren Leiden nach Lourdes pilgern. Die Krankheitsbilder haben sich gewandelt und erweitert. Anders als vor 30 Jahren sind heute auch Frauen und Männer dabei, die an Depressionen leiden oder an Krebs erkrankt sind, was man auf den ersten Blick nicht unbedingt erkennen würde. Auch hat sich der Status behinderter Menschen im Laufe der Jahre positiv gewandelt, weil sich die Umwelt zunehmend auf ihre Belange eingestellt hat.

Was ist das Besondere an den Pilgerfahrten der Malteser?

Viele schätzen die Atmosphäre und genießen es, in einer Gruppe zu reisen. Unsere Gäste werden rund um die Uhr betreut, auch medizinisch. So sind ein Arzt, ein Priester und Krankenpfleger dabei. Und wir bieten ein tolles Programm an. Wir sind tagsüber am Pilgerort, besuchen mehrere Kirchen und nehmen an Prozessionen teil. Wir singen und lachen viel auf den Fahrten. Die Wallfahrt soll Freude machen, auch wenn jeder – ob Gast oder Helfer – sein Päckchen an Sorgen mit sich trägt.

 

Zur Sache: Lourdes-Wallfahrt mit Weihbischof Heinrich

Jährlich pilgern Hunderttausende aus aller Welt nach Lourdes, um Heilung und seelische Stärkung zu erfahren. Der Malteser Lourdes-Krankendienst begleitet und pflegt Kranke und Schwerbehinderte auf der Reise nach Lourdes und während ihres Aufenthaltes im Wallfahrtsort. Die Berliner Malteser bieten vom 6. bis 10. Juni 2019 eine Lourdes- Wallfahrt an. Sie begleiten und pflegen Schwerbehinderte und Langzeitkranke auf der Reise nach Lourdes und während des Aufenthaltes im Wallfahrtsort. Ehrenamtliche Helfer der Malteser betreuen die Kranken in Lourdes rund um die Uhr, Ärzte und Pflegekräfte sorgen für die fachliche Zuverlässigkeit. Die geistliche Begleitung erfolgt durch Weihbischof Matthias Heinrich. Die Reise kostet inklusive Flug, Transfer und Vollpension 620 Euro. Auf Antrag sind Teilpatenschaften möglich.

Kontakt: 030 / 78 89 91 18, 0171 / 4 19 51 84 oder fvh@ hohenzollern-architekten.de