Neue HerausforderungenVorpommern feiert mit dem Erzbischof seinen Katholikentag in Zinnowitz

Viele Gespräche mit den Katholiken im Norden seines Bistums konnte der Erzbischof beim Katholikentag Vorpommern in Zinnowitz führen.

Musical „Babel blamabel“ mit den Kinder- und Jugendchören

Zinnowitz. Die Katholiken in Vorpommern feierten am 24. September ihren Katholikentag im St. Otto-Haus in Zinnowitz. Dazu war auch Erzbischof Heiner Koch aus Berlin an die Ostsee gekommen.

„Wenn wir nicht bei den Familien anfangen, dann kommen wir zu spät“, ist Erzbischof Heiner Koch überzeugt. Deshalb ist er gern beim Katholikentag (Dekanatstag) Vorpommern zu Gast. Viele Gespräche führte er dort - auch in einer gemeinsamen Gesprächsrunde - mit den Katholiken von Rügen, Stralsund, Demmin, Greifswald, Pasewalk, Hoppenwalde und Usedom. Hier konnten die Gläubigen selber ihre Ideen und Meinungen an ihren Bischof herantragen.

Katholische Schule für Vorpommern?

Die Stärkung der Familien durch katholische Kindertagesstätten und auch der Ehrenamtlichen, die sich in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren, war ein wichtiger Punkt für die Katholiken im Norden des Erzbistums. Aber auch die Idee einer katholischen Schule wurde von Erzbischof Koch mit aufgenommen. „Vor der Landtagswahl bestätigte mir die damalige Regierung, dass sie solche Idee nicht blockieren würde“, berichtete er. Dennoch sei eine katholische Schule vor allem eine finanzielle und personelle Frage. „Die Leitung und ein gewisser Personalstamm sollten katholisch sein. Wir sind derzeit institutionell zu schwach aufgestellt“, räumte er ein. Zudem wolle er nicht wieder in eine solche Situation kommen wie vor zehn Jahren, als das Erzbistum Berlin mit Schulden zu kämpfen hatte. „Das darf nicht wieder passieren. Ich möchte keine Schulden machen“, so der Bischof vor über 50 interessierten Zuhörern.

Während einige davon überzeugt waren, dass die Idee einer katholischen Schule durch die freien evangelischen Schulen in Mecklenburg- Vorpommern zirka zehn Jahre zu spät käme, warfen andere ein, dass eine Zusammenarbeit gerade an der Grenze zu Polen mit dem Bistum Stettin denkbar wäre. Besonders im Bereich Pasewalk ziehen immer mehr polnische Katholiken nach Vorpommern, bauen Häuser, schicken ihre Kinder auf die deutschen Schulen. Eine Herausforderung, die sich die dortige Gemeinde und auch der neu entstehende pastorale Raum Pasewalk-Hoppenwalde sowie das Bistum selber stellen müssen. „Pastoral werden wir einiges probieren müssen. Das kann ich aber nur mit ihnen zusammen“, appellierte der Erzbischof an die Katholiken vor Ort.

Wie geht es personell im Bistum weiter?

Ein weiterer Punkt, welcher die Gläubigen in Vorpommern bewegt, ist das derzeitig sich drehende Personal-Karussell. So ist seit dem 11. September der Priester Marek Malesa als Pfarradministrator für Hoppenwalde eingesetzt und Pfarrer Markus Hartung wird von Rügen in das Dekanat Brandenburg gehen. Nach Greifswald kommt Pfarrer Wolfgang Brummet als Pfarrvikar, der im Bereich Krankenhausseelsorge tätig sein wird. Viele Gäste des Dekanatstages fragten sich, wie es personell im Bistum weitergehen könne. Der Bischof selber sieht hier nicht schwarz, wie er betont, räumt aber auch ein, dass es einen Personalplan bedürfe: „Es gibt keinen und das ist ein Unding. Derzeit arbeiten wir also an einem, um für später verbindliche Zusagen machen zu können.“ Dennoch bat er die Gläubigen: „Bitte fragen sie die jungen Menschen in ihrer Gemeinde, ob das Priestertum nicht ein Weg für sie wäre.“ Die Bestärkung von Berufungen sei gerade in unserer Zeit enorm wichtig. Umso interessanter war es während des Katholikentages mit dem Bewerbenden-Kreis der Pastoral- und Gemeindereferenten des Erzbistums in Kontakt zu kommen. Diese verbrachten ein ganzes Wochenende in Vorpommern, um den nördlichen Bereich des Bistums kennenzulernen, und gestalteten zusammen mit Caritasmitarbeitern aus Stralsund, Greifswald und Anklam die Abschlussandacht. Hier nahmen die Besucher nochmals die intensive Arbeit der Ehren- und Hauptamtlichen der Caritas in Vorpommern in den Blick. Mitarbeiterinnen erzählten anhand der Sätze „Ich höre dir zu“, „Ich bete für dich“ oder „Du gehörst dazu“ von Begegnungen mit Menschen, Schicksalen und Gefühlen. Die Karten mit den sieben Werken der Barmherzigkeit in Form eines einprägsamen Satzes konnten die Besucher dann mit nach Hause nehmen. Zuvor hatten die Kleinen ihren großen Auftritt: Die Kinder- und Jugendchöre der Stralsunder Heiligen-Dreifaltigkeitskirche und von St. Joseph in Greifswald führten das Musical „Babel blamabel“ von Eugen Eckert und Andreas Hantke auf.