Nikolaus lässt Augen funkeln

Der heilige Nikolaus bringt auch heute noch Gesichter zum Leuchten – zum Beispiel am Ausgabefenster des Café Treffpunkt. Foto: Veronika Gaffron

Auch im Erzbistum gab es rund um den 6. Dezember einige Nikolaus-Tatorte. Das Bonifatiuswerk hatte eine Förderung für Gemeinden und Initiativen ausgelobt, die einfallsreich wie Nikolaus von Myra anderen Gutes tun.

Ein guter Tatort im Sinne des heiligen Nikolaus war zum Beispiel das Café Treffpunkt der Heilsarmee für Bedürftige in der Kuglerstraße. Schon seit Jahren freut sich Treffpunkt-Leiter Siegfried Fischer zu Weihnachten über den Erlös einer Türkollekte aus der Gemeinde Heilige Familie in Prenzlauer Berg.
Am 10. Dezember teilten Jugendliche der Gemeinde hier das Mittagessen aus. Jedem Besucher reichten sie einen vollen Teller mit Roulade, Kartoffeln und Rotkohl. Zum Nachtisch gab es einen Schoko-Nikolaus. Nach dem Essen hörten die Jugendlichen Lebensgeschichten wie aus einer anderen Welt, schwere Schicksale und gebrochene Biografien. „Ist das wirklich für mich?“, war eine häufig gestellte Frage. Ein Besucher rief später noch einmal im Café Treffpunkt an, um sich zu bedanken: „Das war eine tolle Überraschung mit den Nikoläusen. Euer Besuch hat uns gut getan.“

Die fair gehandelten Schoko-Nikoläuse und das festliche Essen waren vom Bonifatiuswerk gespendet – als Teil der 2002 gestarteten Aktion „Weihnachtsmannfreie Zone“. Eine tolle Anregung, fanden die Jugendlichen, die noch nie so intensiven Kontakt mit Obdachlosen und Bedürftigen gehabt hatten.
Im deutsch-polnischen Begegnungszentrum Mia in Löcknitz gestalteten Erwachsene aus dem Pastoralen Raum Hoppenwalde am 4. Dezember einen Nikolaus-Nachmittag für Kinder. In den Tag starteten sie mit dem deutsch und polnisch präsentierten Bilderbuchkino „Wundervoller Nikolaus“. Eine Kulisse aus Holzschiff mit Möwen, Kornsäcken und Lichtern half den Kindern, in die Lebenswelt des Heiligen einzutauchen. Anschließend bastelten sie Kerzen aus Filz, hörten bekannte Nikolauslieder, bis bei Einbruch der Dunkelheit der Nikolaus ums Haus schlich und an die Fensterscheiben klopfte.

Ins Zentrum eingelassen, weckte er große Freude, beschenkte die Kinder und beantwortete ihre Fragen, zum Beispiel nach seinen Fremdsprachen-Kenntnissen oder seinem Lieblingsgericht. Er erzählte aus seinem Leben und rief dazu auf, den Spuren der Nächstenliebe zu folgen. Klaudia Wildner-Schipek, die Leiterin des Begegnungszentrums, freut sich über die Initiative des Bonifatiuswerks: Nikolaus passe gut zum Zentrum, das für Gastfreundschaft und soziales Engagement stehe. „Gerade in diesen Zeiten möchten wir unseren Kindern christliche Werte vermitteln.“