Zinnowitz. Nahezu unbemerkt begingen Schwester Agnes Mareczek und Schwester Luzia Thonak vom Orden der Franziskanerinnen von Vöcklabruck ihr Dienstjubiläum in der Zinnowitzer Begegnungs- und Familienferienstätte St. Otto auf Usedom. Seit zehn Jahren sind die beiden hier tätig.
„Die geistliche Präsenz im Haus selbst ist uns gut gelungen“, fasst Schwester Agnes ihre zehn Jahre auf der Insel zusammen. Die Angebote in St. Otto wurden auf nun sechs Kurse im Jahr ausgebaut und auch die Tanz-Exerzitien, die Schwester Agnes bis jetzt nur einmal im Jahr anbot, werden 2016 erstmals zweimal stattfinden. Die beiden Ordensschwestern begleiten jährlich auch drei bis vier Senioren- und zwei Familienfreizeiten im Sommer pastoral. Schwester Luzia ist zudem Sakristanin, bereitet die Gottesdienste vor und pflegt die Sakristei und die Kapelle auf dem Gelände der Begegnungs- und Ferienstätte. Die Unterstützung einer ökumenischen Gruppe rund um den meditativen Tanz, die sich einmal im Monat trifft, gehört auch zu der Arbeit von Schwester Agnes. Sie selbst tanzt seit über 20 Jahren. Angefangen hatte alles im Mutterhaus in Brandenburg mit dem Seniorentanz. Hier absolvierte sie auch eine Ausbildung und leitete elf Jahre die Seniorentanzgruppe, sehr bald kam der meditative Tanz hinzu. Aber auch die Arbeit innerhalb der Gemeinde auf Usedom entwickelte sich in den letzten zehn Jahren für beide Schwestern zu einem weiteren Standbein. So war die mittlerweile 72-jährige Schwester Agnes zum Beispiel für zwei Perioden im Pfarrgemeinderat tätig.
Projekt „Mitleben auf Zeit“ wird nicht fortgesetzt
Ihr Vorhaben des „Mitlebens auf Zeit“ für Frauen führen Schwester Luzia und Schwester Agnes jedoch nicht weiter. Ab Ostern 2006 war es im Projekt „Lydia“ möglich, auf Zeit bei den Schwestern zu leben. Die Franziskanerinnen wollten insbesondere Frauen mit Problemen eine Herberge für einige Tage und Wochen bieten. „Das Zusammenleben war mitunter dann doch zu dicht. Aber auch unsere anderen Aufgaben nahmen mehr Raum ein, so dass wir weniger Zeit für die mitlebenden Frauen hatten“, erklärt Schwester Agnes und ergänzt: „Wir wollten uns ja bewusst in Dienst nehmen lassen für die Menschen vor Ort und wenn dies anders geschehen sollte, so ist das eben so.“
Seelsorgliche Arbeit ist wichtiger als Organisation
Damit die beiden Franziskanerinnen auch weiterhin mehr seelsorglich arbeiten können, haben sie ab diesem Jahr die administrative Arbeit für die von ihnen angebotenen Kurse und Wochen in der Begegnungs- und Ferienstätte abgegeben. „Vorher haben wir alles gemacht: Die Interessierten eingeschrieben, Zimmer gebucht und so weiter. Ich hoffe jetzt auf mehr Zeit für Gespräche“, meint Schwester Agnes. Denn insbesondere das intensive spirituelle Leben mit der Pfarrei und auch mit den Besuchern von St. Otto liegt ihr und ihrer 58-jährigen Mitschwester am Herzen: „Wir sind auch immer im Gebet mit allen verbunden.“ So beten die beiden jeden Freitag für die Mitarbeiter und Gäste des Hauses.