Sich mit allen Christen verbunden fühlenDer Ökumenepreis 2015 geht an das Gedenkzentrum Plötzensee Berlin

Gerburg Thunig-Nittner und Pfr. Michael Maillard vom Ökumenischen Gedenkzentrum Plötzensee mit Archimandrit Emmanuel Sfiatkos

Das „Gedenkzentrum Plötzensee – Christen und Widerstand“ erhielt während des Neujahrsempfangs des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg (ÖRBB) den Ökumenepreis 2015 des ÖRBB. Die Jury würdigte vor allem die Erinnerung an die „Ökumene der Märtyrer“, für die sich das Gedenkzentrum stark mache, mit dem mit 1000 Euro dotierten Preis.

„Wir fühlen uns mit allen Christen verbunden und wollen darüber nachdenken, was dafür gesorgt hat, dass so viele Menschen während der NS-Zeit ihr Leben eingesetzt und es schließlich in der damaligen Hinrichtungsstätte Plötzensee verloren haben“, fügte Gerburg Thunig-Nittner in ihrer Dankesrede hinzu. Sie ist die stellvertretende Vorsitzende des eingetragenen Vereins Ökumenisches Gedenkzentrum Plötzensee. Der Vorsitzende Pfr. Michael Maillard bezeichnete sie als sein „katholisches Pendant“. „Außerdem danke ich den Karmeliterinnen, die uns bei unserer Arbeit unterstützen.“

Während eines ökumenischen Gottesdienstes in der St.-Hedwigs- Kathedrale, der anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen gefeiert wurde, hielt Katrin Göring-Eckardt, Mitglied der Synode der EKD und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Deutschen Bundestag, eine Ansprache. Gottesdienst und Göring-Eckardts Predigt thematisierten insbesondere die Situation der Flüchtlinge in Berlin und Deutschland. Das Motto des Gottesdienstes „Gib mir zu trinken“ stammt aus dem Johannesevangelium (4,7). Hier bittet Jesus eine Samariterin am Brunnen, ihm etwas zu trinken zu geben.

„Juden und Samariter, die haben nichts miteinander zu tun“, erläuterte Göring-Eckhardt. „Warum fragt er sie überhaupt?“ So fragten sich auch heute noch Leute, warum so viele Flüchtlinge ausgerechnet nach Deutschland kommen. Dabei müsse in Deutschland niemand wegen der Flüchtlinge auf etwas verzichten.